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Artikelnummer: 12070849
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CHEF VON KINO.TO BEKENNT SICH IM SINNE DER ANKLAGE FÜR SCHULDIG
Der Gründer und Chef des stillgelegten Raubkopien-Portals kino.to hat vor dem Landgericht Leipzig die Anklagepunkte der Staatsanwaltschaft objektiv und subjektiv bestätigt.
Das Geständnis war Grundlage für einen Verständigungsvorschlag, den das Landgericht Leipzig dem Angeklagten zu Beginn des dritten Verhandlungstags unterbreitet hatte. Darin sagte das Gericht dem Angeklagten einen Strafrahmen zwischen viereinhalb und vier Jahren, zehn Monaten Haftstrafe zu. 3,7 Millionen Euro, die der Angeklagte nach Auffassung des Gerichts zweifelsfrei durch seine strafbaren Taten erlangt hat, sollen nach diesem Vorschlag dem Verfall unterliegen. Zahlreiche Mobiltelefone, Note- und Netbooks sowie Speichermedien sollen eingezogen werden. Sowohl der Angeklagte, auch in Vertretung seiner ebenfalls verfahrensbeteiligten Firma, als auch die Anklage stimmten diesem Vorschlag zu. Das illegale System kino.to war ein Streaming-Portal mit eigenen und assoziierten Filehostern, auf denen zuletzt insgesamt 135.705 urheberrechtlich geschützte Filmwerke gespeichert waren. Diese Dateien machte die kino.to-Gruppe ab Anfang 2008 bis zum 08. Juni 2011 durch insgesamt mindestens 1.364.310 Links auf dem Portal kino.to für Internetnutzer zugänglich. Laut Anklageschrift war es vorrangiges Ziel der kino.to-Gruppe, sich eine ständige Einnahmequelle durch den Betrieb von kino.to zu schaffen. Die erforderlichen Einnahmen erzielten sie durch Werbung - insbesondere für Abofallen sowie andere dubiose Angebote und durch Provisionen für die Gestattung von Werbung. Dabei nahmen sie billigend in Kauf, dass durch die massenhafte und kostenlose Verbreitung von nahezu allen verfügbaren urheberrechtlich geschützten Filmwerken durch kino.to der Schutz der Urheberrechte im gesamten deutschsprachigen Raum dauerhaft ausgehört wurde.

Quelle: Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. - PM vom 07.06.2012 von 06.06.2012
http://www.gvu.de/ Externer Link
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