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Artikelnummer: 12070841
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KEINE ÜBERZOGENEN ROAMINGPREISE FÜR MOBILES INTERNET AB DEM 1. JULI
Verbraucher müssen deutlich weniger zahlen, wenn sie auf Auslandsreisen in EU-Staaten über eine Mobilfunkverbindung auf das Internet zugreifen wollen, um z. B. Karten abzurufen, Videos oder Fotos hochzuladen, soziale Netze zu besuchen oder E-Mails zu versenden. Dafür sorgt eine neue EU-Verordnung, die erstmals Preisobergrenzen für das Datenroaming (das Herunterladen von Daten aus dem Internet über eine Mobilfunkverbindung im Ausland) vorsieht.
Für einen typischen Geschäftsreisenden ergeben sich daraus bei Reisen innerhalb der EU Einsparungen von über 1000 Euro pro Jahr. Eine Familie, die ihren Jahresurlaub in einem anderen EU-Land verbringt, dürfte mindestens 200 Euro sparen. Auch für Anrufe und SMS sehen die neuen Bestimmungen niedrigere Preisobergrenzen vor. Ab dem 1. Juli 2012 betragen die neuen Höchstpreise für Mobilfunknutzer • 29 Cent pro Minute für einen abgehenden Anruf (zzgl. MwSt.) • 8 Cent pro Minute für einen eingehenden Anruf (zzgl. MwSt.) • 9 Cent für das Versenden einer SMS-Nachricht (zzgl. MwSt.) • 70 Cent pro Megabyte (MB) für Datenabruf oder Internet-Surfen im Ausland (abgerechnet pro Kilobyte) (zzgl. MwSt.). Datendownloads kosteten bei vielen Netzbetreibern im Juli 2009 noch mehr als 4 Euro pro Megabyte. Nach weiteren Preissenkungen werden Datendownloads ab 2014 nur noch 20 Cents pro Megabyte (zzgl. MwSt.) kosten, was gegenüber den heutigen Preisen vieler Anbieter eine Einsparung von 90 Prozent bedeutet. Den Betreibern steht es natürlich frei, noch niedrigere Preise anzubieten. Die Obergrenzen sind lediglich Höchstpreise und dienen dem Schutz der Verbraucher. Der Wettbewerb dürfte sie noch weiter drücken. Ab dem 1. Juli 2012 erhalten Reisende zudem außerhalb der EU per SMS, E-Mail oder Pop-up-Meldung eine Warnung, sobald sie für Datendienste einen Rechnungsbetrag von 50 Euro oder eine andere vereinbarte Schwelle erreichen. Um die Datenroamingdienste weiter nutzen zu können, müssen sie dann ausdrücklich bestätigen, dass sie diesen Betrag überschreiten wollen. Dadurch wird das derzeit innerhalb der EU geltende Warnsystem ausgeweitet. Die am 1. Juli in Kraft tretenden Vorschriften stehen am Anfang einer Reihe von Maßnahmen zur schrittweisen Senkung der Preisobergrenzen. Ziel ist ein neues System mit größeren Auswahlmöglichkeiten, einem verstärkten Wettbewerb und noch niedrigeren Roamingpreisen. Die Verbraucher sollen letztlich die Möglichkeit erhalten, vor einer Reise einen separaten Roamingvertrag abzuschließen oder sich – ähnlich wie bei der Wahl eines WLAN – am Zielort einen Provider zu suchen. Diese Möglichkeit wird ab dem 1. Juli 2014 bestehen.

Quelle: Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland - PM vom 02.07.2012 von 02.07.2012
http://ec.europa.eu/deutschland/ Externer Link
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