Arbeitsrecht / Steuerrecht / Transport- und Speditionsrecht /
Artikelnummer: 12060306
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ÜBERNACHTUNGSKOSTEN UND REGELMÄßIGE ARBEITSSTÄTTE BEI LKW-FAHRERN
Der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass ein im Ausland tätiger Fernfahrer, der in der Schlafkabine seines LKW übernachtet, nicht die Übernachtungspauschalen der Finanzverwaltung für Auslandsdienstreisen als Werbungskosten geltend machen kann, denn diese Pauschalen überschreiten die tatsächlich angefallenen Aufwendungen beträchtlich, so dass ihre Anwendung zu einer offensichtlich unzutreffenden Besteuerung führen würde. Abziehbar seien jedoch die tatsächlich angefallenen Aufwendungen. Liegen Einzelnachweise nicht vor, so sei ihre Höhe zu schätzen.
Im Streitfall hatte der klagende Arbeitnehmer arbeitstäglich Übernachtungskosten in Höhe von 5 € angesetzt. Dieser Betrag war nach Auffassung des Bundesfinanzhofs nicht zu beanstanden und entschieden, dass ein Fernfahrer die Kosten für die Fahrten von der Wohnung zum LKW (LKW-Wechselplatz) in der tatsächlich angefallenen Höhe als Werbungskosten abziehen darf. Das Finanzamt hatte nur die Entfernungspauschale anerkannt, weil es davon ausging, es handle sich um Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte. Der Bundesfinanzhofs hat dies anders beurteilt. Der LKW-Wechselplatz sei keine regelmäßige Arbeitsstätte, weil es sich nicht um eine betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers handelt und auch der LKW selbst sei keine regelmäßige Arbeitsstätte, weil das dafür erforderliche Merkmal einer ortsfesten Einrichtung nicht gegeben ist.

Quelle: Bundesfinanzhof - PM 37/2012 vom 30.05.2012 von 28.03.2012
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