Bayern / Handels- und Gesellschaftsrecht / Veranstaltungsrecht /
Artikelnummer: 12052718
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SPANFERKEL MIT ODER OHNE SOßE?
Ein Partyservice lieferte für eine Feier mit vierzig Gästen am 30.07.2011 in Nürnberg ein fertig zubereitetes Spanferkel für 248,00 Euro. Der Auftraggeber behielt von der Vergütung 98,00 Euro ein, weil das Spanferkel ohne Soße geliefert wurde. Damit war der Lieferant nicht einverstanden und hat Klage erhoben. Mit der Berechtigung dieses Einbehalts befasst sich nunmehr das Amtsgericht Nürnberg.
Tatsächlich wurde das Spanferkel der feierlichen Gesellschaft im Bratensaft, aber ohne extra zubereitete Soße geliefert. Der Inhaber des Partyservice meint nun, dass dies seine Richtigkeit habe, weil eine Beilagensoße ausdrücklich zu bestellen und auch zu vergüten gewesen wäre. Bei dem Verzehr von Spanferkel seien zahlreiche Beilagenvarianten denkbar, bei denen eine Soße fehl am Platze wäre: z.B. Spanferkel mit Kartoffelsalat oder Spanferkel im Brötchen. Nur wenn Klöße gereicht werden, sei eine Soße erforderlich. Die Beilage fertigte hier aber der beklagte Auftraggeber selbst. Der Partyservice habe nicht gewusst, dass der beklagte Auftraggeber beabsichtigte, Klöße zu reichen - und eine Soße sei nicht ausdrücklich bestellt worden. Die Kürzung des Rechnungsbetrages sei daher unberechtigt. Dem gegenüber behauptet der beklagte Auftraggeber, eine Soße zum Spanferkel bestellt zu haben. Das Spanferkel sei zudem eine dreiviertel Stunde zu spät angeliefert worden. Dann habe er sich auch noch an einem Samstagabend kurz vor Ladenschluss aus dem nächstgelegenem Supermarkt Fertigsoße besorgen und diese selbst zubereiten müssen. Eine Minderung der Vergütung um 40 Prozent sei daher jedenfalls berechtigt und angemessen.

Quelle: Amtsgericht Nürnberg - PM 10/12 vom 14.05.2012 von 22.05.2012
http://www.justiz.bayern.de/gericht/olg/n/ Externer Link
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