Internetrecht / Sachsen / Urheber- und Medienrecht /
Artikelnummer: 12052049
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STREIT UM GELDENTSCHÄDIGUNG FÜR EHRVERLETZENDE BERICHTERSTATTUNG IM INTERNET
Der Kläger nimmt die Beklagten vor dem Oberlandesgericht Dresden wegen einer Berichterstattung auf der von der beklagten Betreiberin unterhaltenen Internettplattform "www.stern.de", die sich maßgeblich auf die Aussagen der Beklagten zu 3) gegenüber dem beklagten Journalisten stützte, auf Schadenersatz, Feststellung der Einstandspflicht für materielle und immaterielle Zukunftsschäden und die Zahlung einer Geldentschädigung in Anspruch.
Zur Begründung hat der Kläger ausgeführt, dass die auf dem Internetportal "www.stern.de" ab dem 22.06.2007 erschienene Berichterstattung einen schwerwiegenden Eingriff in sein Persönlichkeitsrecht insofern darstelle, als dort u.a. behauptet werde, er habe ein sexuelles Verhältnis mit einem minderjährigen Mädchen gehabt und er sei Teil eines kriminellen Netzwerkes gewesen. Der Kläger erwirkte im Jahr 2007 drei einstweilige Verfügungen gegen die Beklagten, mit welchen den Beklagten die Verbreitung der im streitgegenständlichen Artikel enthaltenen Äußerungen verboten wurde. Das Landgericht Leipzig hat die Beklagten als Gesamtschuldner verurteilt, an den Kläger 25.000,- EUR immateriellen Schadenersatz zu zahlen. Darüber hinaus wurden die Portal-Betreiberi und der Journalist als Gesamtschuldner verurteilt, an den Kläger weitere 50.000,- EUR immateriellen Schadenersatz zu zahlen. Zudem wurde festgestellt, dass die Portalbetreiberin und der Journalist gesamtschuldnerisch haftend verpflichtet sind, dem Kläger alle aus der Berichterstattung künftig entstehenden materiellen und immateriellen Schäden zu ersetzen. Mit der Berufung begehren die Beklagten die Aufhebung des Urteils und die vollständige Abweisung der Klage. Der Kläger möchte im Wege der Anschlussberufung von dem Journalisten und der Betreiberin des Internetportals "www.stern.de" eine deutlich höhere Entschädigung und von der Beklagten zu 3) die Freistellung von Rechtsanwaltsgebühren erreichen.

Quelle: Oberlandsgericht Dresden - PM vom 10.04.2012 von 12.04.2012
http://www.justiz.sachsen.de/olg/ Externer Link
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