Medizinrecht / Nordrhein-Westfalen / Strafrecht /
Artikelnummer: 12042224
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HAUPTVERFAHREN GEGEN ANÄSTHESIE-ÄRZTIN AUS BONN-BAD GODESBERG
Das Amtsgericht Bonn hat das Hauptverfahren gegen eine 65-jährige Anästhesie-Ärztin aus Bonn-Bad Godesberg wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung einer Patientin eröffnet und die Anklage der Staatsanwaltschaft Bonn unverändert zur Hauptverhandlung zugelassen.
Die Staatsanwaltschaft Bonn legt der Angeklagten die Vergehen der fahrlässigen Tötung (§ 222 StGB) und der Aussetzung (§ 221 StGB) zur Last. Die Angeklagte soll am 12.08.2009 in Bonn in Bonn-Bad Godesberg nach Abschluss einer Schulterathroskopie, während der die Angeklagte eine Intubationsnarkose durchführte, gegen ihre ärztlichen Pflichten verstoßen und hierdurch den Tod einer Patientin verschuldet haben. Ihr wird vorgeworfen, die Patientin nach Beendigung der Operation weder selbst überwacht noch für die Überwachung speziell eingearbeitetes anästhesiologisches Assistenzpersonal eingesetzt zu haben. Sie habe auch nicht verhindert, dass die Patientin in ein reguläres Patientenzimmer statt in einen speziell eingerichteten Aufwachraum verlegt worden sei. Im Rahmen der Reanimation der Patientin soll die Angeklagte erneut pflichtwidrig gehandelt haben. Die Patientin erlitt einen hypoxischen Hirnschaden und verstarb später im Krankenhaus. Der von der Staatsanwaltschaft weiterhin erhobene Vorwurf der „Aussetzung“ gründet sich darauf, dass die Angeklagte zwecks Reanimation der Patientin den Operationssaal verlassen und auch das dort tätige Personal hinzugerufen haben soll. Sie habe in dieser Phase pflichtwidrig nicht für eine Kontrolle eines weiteren, bereits narkotisierten Patienten Sorge getragen. Mit dem Eröffnungsbeschluss bestätigt das Amtsgericht die Würdigung der Staatsanwaltschaft, dass eine Verurteilung der Angeklagten überwiegend wahrscheinlich sei. Gegenstand der anberaumten Hauptverhandlung, in der unter anderem die Anhörung zweier medizinischer Sachverständiger beabsichtigt ist, wird insbesondere die Frage bilden, ob mögliche Verstöße gegen ärztliche Pflichten für den Tod der Patientin ursächlich waren. Einer der beiden Gutachter ist von der Verteidigung beauftragt worden.

Quelle: Amtsgericht Bonn - PM vom 18.04.2012 von 16.04.2012
http://www.ag-bonn.nrw.de/ Externer Link
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