Baden-Württemberg / Medizinrecht / Urheber- und Medienrecht /
Artikelnummer: 12030443
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VERGLEICH ZWISCHEN WERNER FRANKE UND GEORG HUBER HAT BESTAND
Das Landgericht Freiburg hat die Anfechtungsklage von Werner Franke gegen den ehemals bei der Universitätsklinik Freiburg beschäftigten Sportmediziner Georg Huber abgewiesen. Franke darf sich damit, was die Verwendung von Dopingmitteln durch Georg Huber betrifft, auch weiterhin nur in der Weise äußern, dass dieser einzelnen U-23 Straßenradfahrern das auf der Dopingliste stehende Mittel Andriol verabreicht hat.
Hierzu hatte sich Franke vertraglich bereits im November 2007 in einem gerichtlichen Vergleich mit Huber verpflichtet. Anfang 2011 griff Franke diesen Vergleich mit der Begründung an, Huber habe ihn seinerzeit mit einer falschen eidesstattlichen Versicherung arglistig getäuscht. Nur deshalb habe er die Vereinbarung getroffen. Von der arglistigen Täuschung habe er erst im März 2011 durch einen Artikel des ehemaligen Radrennfahrers Robert Lechner erfahren, in dem dieser Huber vorwirft, ihm auch andere Dopingmittel (Urbason, Stanozolol) im Rahmen eines Dopingprogramms verabreicht zu haben. Die Anfechtungsklage blieb jedoch erfolglos, weil Franke die Vereinbarung aus dem Jahr 2007 zu spät angefochten hat. Dies wäre nämlich nur innerhalb eines Jahres nach Entdeckung der Täuschung möglich gewesen. Nach den Feststellungen des Landgerichts hatte Franke jedoch schon im Jahr 2008 die Täuschung entdeckt. Bereits in einem Interview mit der Badischen Zeitung am 08.08.2008 hatte Franke nämlich in Bezug auf den Zeitfahrer Lechner u.a. geäußert, Huber habe diesem das Stanozolol Präparat Stromba gegeben. Da die Anfechtungsklage schon aus Rechtsgründen scheiterte, durfte das Landgericht den als Zeugen benannten Robert Lechner nicht mehr dazu vernehmen, ob dessen Aussagen, die die Verabreichung von Dopingmitteln im Rahmen eines Dopingprogramms durch Huber betreffen, der Wahrheit entsprechen. Die Kosten für die Anwälte und das Gericht muss Werner Franke nun selbst tragen.

Quelle: Landgericht Freiburg - PM vom 01.03.2012 von 01.03.2012
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