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Artikelnummer: 12020549
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VERWALTUNGSGERICHT ENTSCHEIDET: THEATERSTÜCK „GOLGOTA PICNIC“ KANN IM THALIA THEATER GAUßSTRAßE AUFGEFÜHRT WERDEN
In einem Eilverfahren hat das Verwaltungsgericht Hamburg den Antrag des Antragstellers abgelehnt, die Freie und Hansestadt Hamburg zu verpflichten, die Aufführung des Theaterstücks „Golgota Picnic“ im Thalia-Theater Gaußstraße zu untersagen.
Zur Begründung hat das Verwaltungsgericht ausgeführt, ein Recht des Antragstellers auf ein Verbot der Aufführung ergebe sich nicht nach den Bestimmungen des Gesetzes zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (SOG). Der Straftatbestand des § 166 StGB (Beschimpfung von Bekenntnissen), der nach Ansicht des Antragstellers durch die Aufführung verletzt werde, schütze allein den öffentlichen Frieden und nicht das religiöse Empfinden Einzelner. Ein Recht auf polizeiliches Einschreiten ergebe sich auch nicht aus Art. 4 Abs. 1 GG, der den gläubigen Menschen vor einer Einmischung des Staates in seine Glaubensüberzeugungen und -aktivitäten schütze und die Freiheit des Glaubens gewährleiste. Die Aufführung des Theaterstücks beeinträchtige nicht die individuelle Freiheit des Antragstelles, seinen Glauben als Christ zu praktizieren. Er könne der Aufführung fernbleiben. Außerdem stehe es Religionsgemeinschaften und ihren Mitgliedern frei, sich am religionsbezogenenen gesellschaftlichen Diskurs über das Theaterstück zu beteiligen. Dazu diene z.B. das nach der Aufführung stattfindende Publikumsgepräch, an dem u.a. der Rektor der Katholischen Akademie teilnehme.

Quelle: Verwaltungsgericht Hamburg - PM vom 23.01.2012 von 23.01.2012
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