Bayern / Miet- und Wohnungseigentumrecht / Straßenverkehrsrecht /
Artikelnummer: 12012220
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SCHADEN DURCH DACHLAWINE
Mit einer Dachlawine, die sich vor gut einem Jahr - am 02. Januar 2011 gegen 15.00 Uhr - vom Dach eines Mehrfamilienhauses in Nürnberg-Erberhardshof gelöst hatte, befasst sich das Amtsgericht Nürnberg derzeit.
Die Klägerin hatte ihren PKW VW-Golf zu diesem Zeitpunkt vor dem Wohnhaus geparkt und musste feststellen, dass ihr Fahrzeug durch den Abgang der Lawine nicht unerheblich beschädigt worden ist. Sie macht Schadensersatzansprüche in Höhe von 1.357,55 € gegen die Hauseigentümer geltend und meint, diese hätten ihre Verkehrssicherungspflicht verletzt. Denn das Dach des Hauses weise eine extrem hohe Dachneigung auf und sei nur unzureichend durch Schneefanggitter, die oberhalb der Dachgaubenfenster angebracht sind, gesichert. Auch sei es dort schon zu früheren Zeitpunkten zum Abgang von Dachlawinen gekommen und die Eigentümer hätten es trotz der bekannten Wettersituation unterlassen, Hinweisschilder aufzustellen. Demgegenüber sind die beklagten Hauseigentümer der Auffassung, dass die vorhandenen Schneefanggitter ausreichen, weil Nürnberg eher zu den schneearmen Gegenden gehöre. Das Aufstellen von Warnhinweisen oder gar das Absperren der Fläche vor dem Haus sei nicht erforderlich gewesen, denn die Gefahr des Abgangs von Dachlawinen habe jeder erkennen können und die Klägerin sei als Fahrzeugführerin selbst verpflichtet, durch eigene Achtsamkeit ihr Fahrzeug vor den Gefahren herabfallender Schneemassen zu schützen.

Quelle: Amtsgericht Nürnberg - PM 1/12 vom 09.01.2012 von 12.01.2012
http://www.justiz.bayern.de/gericht/olg/n/ Externer Link
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