Niedersachsen / Strafrecht /
Artikelnummer: 11121121
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BANKÜBERFALL SCHEITERT AN FEHLENDER BANK
Das Landgericht Osnabrück hat einen jetzt 57-jährigen Angeklagten aus Geeste wegen erpresserischen Menschenraubs in Tateinheit mit schweren Raub sowie tatmehrheitlich begangenen Diebstahl zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 7 Jahren verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hat auf eine Freiheitsstrafe von 7,5 Jahren plädiert, der Verteidiger auf eine geringere Freiheitsstrafe.
Der Angeklagte betrat am 11. Mai 2011 mit einer Pistolenattrappe bewaffnet ein Gebäude in Walchum (Dörpen), weil er in diesem Gebäude aufgrund der außen angebrachten Reklame eine Sparkasse vermutete. Aufgrund erheblicher finanzieller Probleme ergriff er eine im Eingangsbereich stehende Passantin und forderte diese unter Vorhalt der Pistole auf, die Bank zu betreten. Dies scheiterte jedoch daran, dass sich die Sparkasse seit ca. 10 Jahren nicht mehr in den Räumlichkeiten befindet, sondern das Gebäude inzwischen als physiotherapeutische Praxis genutzt wird. In dem Vorraum befinden sich lediglich noch ein Geldautomat und ein Kontoauszugsdrucker. Nach dem Erkennen dieser Situation änderte der Angeklagte seinen Plan. Er forderte die Passantin auf, Geld vom Geldautomaten abzuheben. Diese hob dann 400,00 € ab, die der Angeklagte dem EC-Automaten entnahm. Der Angeklagte floh sodann mit einem Pkw, den er zuvor am 05.05.2011 in Geeste-Osterbrock entwendet hatte. Der Angeklagte hat die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft vollumfänglich eingeräumt. Die Osnabrücker Richter haben zwei Polizeibeamte zum Inhalt der polizeilichen Ermittlungen vernommen. Der Sachverständige hat die volle Schuldfähigkeit des Angeklagten festgestellt. Zu Gunsten des Angeklagten haben die Osnabrücker Richter beim Strafmaß das Geständnis des Angeklagten und die geringe Tatbeute von 400,- € berücksichtigt. Zu seinen Lasten waren die 22 Verurteilungen in den letzten 40 Jahren sowie die gesundheitlichen Folgen bei dem Opfer zu würdigen. Insgesamt hielt das Landgericht eine Gesamtfreiheitsstrafe von 7 Jahren für tat- und schuldangemessen.

Quelle: Landgericht Osnabrück - PM 52/11 vom 29.11.2011 von 29.11.2011
http://www.landgericht-osnabrueck.niedersachsen.de Externer Link
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