Rheinland-Pfalz / Straßenverkehrsrecht / Verwaltungsrecht /
Artikelnummer: 11112037
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SPIELSÜCHTIGER FAHRLEHRER - WIDERRUF DER FAHRLEHRERERLAUBNIS
Zu Recht hat die Stadt Mainz die einem im Angestelltenverhältnis tätigen Fahrlehrer (Antragsteller) erteilte Fahrlehrererlaubnis wegen Unzuverlässigkeit für den Fahrlehrerberuf unter Anordnung des Sofortvollzugs widerrufen, so das Verwaltungsgericht Mainz in einem aktuellen Fall.
Der an Glücksspielsucht leidende Antragsteller hat in 85 Fällen Bargeld, das ihm Fahrschüler zur Bezahlung des Fahrschulunterrichts ausgehändigt haben, nicht an den Fahrschulinhaber weitergeleitet. Dabei ging es um Beträge zwischen 50,-- € und 405,-- € und in der Summe um 17.035,-- €. Nachdem die Stadt Mainz unter Anordnung des Sofortvollzugs den Widerruf seiner Fahrlehrererlaubnis ausgesprochen hatte, wandte sich der Antragsteller in dem Bestreben, den Sofortvollzug stoppen zu lassen, mit einem Eilantrag an das Verwaltungsgericht. Die Mainzer Richter haben den Antrag abgelehnt, weil der Widerruf offensichtlich rechtens sei. Der Antragsteller habe sich mit Blick auf den Fahrlehrerberuf als unzuverlässig erwiesen. Unter Missbrauch seiner mit seiner Ausbilderfunktion verbundenen Autorität habe er die Vermögensinteressen der ihm anvertrauten Fahrschüler und damit das in ihn gesetzte Vertrauen in schwerwiegender Weise verletzt. Auch wenn der mit sofortiger Wirkung verfügte Widerruf die grundgesetzlich geschützte Berufsfreiheit des Antragstellers berühre, sei die behördliche Maßnahme gerechtfertigt. Denn da die Ursache für das Fehlverhalten des Antragstellers in dessen Spielsucht liege und Geldbeschaffungsdelikte typisch für dieses Krankheitsbild seien, stehe zu befürchten, dass der Antragsteller auch künftig der Versuchung erliegen werde, illegal an das Geld seiner Fahrschüler zu kommen.

Quelle: Verwaltungsgericht Mainz - PM 16/2011 vom 16.11.2011 von 25.10.2011
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