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Artikelnummer: 11110603
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AWD MUSS ANLEGERN SCHADENSERSATZ ZAHLEN
Empfiehlt ein Anlageberater Fondsanteile, muss er ungefragt auf an ihn fließende Rückvergütungen durch die Fondsgesellschaft hinweisen. Dies hat das Landgericht München I entschieden. Die Höhe der Vergütung spiele hierbei keine Rolle. Entscheidend sei allein, dass es sich um beratende und nicht lediglich vermittelnde Tätigkeit handelt.
Eine klagende Anlegerin hatte sich nach Beratung durch den AWD (Allgemeiner Wirtschaftsdienst mbH) am Falk-Fonds 60 beteiligt. Die Beteiligungssumme war teils durch Eigenmittel, teils fremdfinanziert worden. Die Kredite waren bereits getilgt und hierfür Zinsen gezahlt worden. Der Berater des AWD hatte die Anlegerin nicht über die Rückvergütungen des Fonds an den Vermittler unterrichtet. Sie hatte daraufhin Schadensersatzansprüche gegen den Vermittler geltend gemacht. Nach Meinung der Münchener Richter hat entgegen der Behauptung des AWD, es handele sich um einen Vermittlungsvertrag, tatsächlich ein Beratungsvertrag vorgelegen. Der "Wirtschaftsberater" habe der Kundin den Fonds empfohlen, die Initiative ging hierbei von ihm aus. Der klagende Anlegerin sei bei Durchsicht des Emissionsprospektes nicht ersichtlich gewesen, dass Rückvergütungen an den Vermittler fließen würden. Der Vertrieb wäre jedoch zu einer Offenlegung - unabhängig von der Provisionshöhe - verpflichtet gewesen. Entscheidend sei hierbei, dass der AWD der Kundin beratend und nicht lediglich vermittelnd gegenüber getreten sei. Es sei zudem unerheblich, ob es sich bei dem Anlageberater um eine Bank oder einen freien Vermittler handele. Das Pauschalargument, einem Kunden müsse bewusst sein, dass ein freier Vermittler von Kickbacks lebe, gehe fehl. Die klagende Anlegerin habe somit Anspruch auf Schadensersatz. Dieser umfasse den Zeichnungsschaden, der der Anlegerin entstanden sei. Abzurechnen seien die Ausschüttungen sowie Steuervorteile. Zudem sei sie von allen Verpflichtungen aus der Fondsbeteiligung freizustellen.

Quelle: Landgericht München I - PM Verbraucherzentrale Bundesverband vom 25.02.2010 von 25.02.2010
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