Sachsen / Strafrecht /
Artikelnummer: 11090426
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URTEIL IM FALLE DES BRANDSTIFTERS AUS GROßDUBRAU
Das Landgericht Bautzen verurteilte den 27–jährigen ehemaligen Disponenten der Rettungsleitstelle Bautzen, Marcel H. aus Großdubrau wegen schwerer Brandstiftung in Tateinheit mit Brandstiftung sowie dreier tateinheitlicher Fälle der Brandstiftung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung zu der Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und acht Monaten. Im Übrigen wurde er freigesprochen. Der Haftbefehl wurde aus den fortbestehenden Gründen aufrechterhalten.
Im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft sahen die Bautzener Richter nur die Brände vom 23.08.10 (Merkaer Weg-Laube Kronstein) und vom 26.11.10 (Werkhalle Petasch) als bewiesen an. Hinsichtlich der weiterhin vorgeworfenen Brände wurde der Angeklagte freigesprochen. Das Landgericht sah ebenso wie die Staatsanwaltschaft einige Indizien für die Täterschaft in diesen Fällen (es handelte sich in allen Fällen um Brandstiftung, der Angeklagte hatte Gelegenheit zur Tat, da nach Dienstplan dienstfrei, er hatte kein Alibi, Brände im Umfeld der anderen Brände). Diese Indizien legen eine Täterschaft jedoch nur nahe, führen im Ergebnis jedoch nicht zwingend zur Täterschaft des Angeklagten. Die für eine Verurteilung notwendige Gewissheit war damit nicht zu begründen. Die Staatsanwaltschaft hatte auf eine Gesamtfreiheitsstrafe für alle Brände von fünf Jahren und sechs Monaten plädiert. Die Verteidigung sah minderschwere Fälle, z.T. nur fahrlässig begangen und im Gegensatz zur Sachverständigen eine verminderte Schuldfähigkeit. Der Antrag der Verteidigung lautete auf zwei Jahre mit Strafaussetzung zur Bewährung wegen der Brände vom 23.08. und 26.11.10.

Quelle: Landgericht Bautzen - PM vom 17.08.2011 von 17.08.2011
http://www.justiz.sachsen.de/lgbz/ Externer Link
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