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Artikelnummer: 11082868
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SICHERHEITSSTANDARDS IN YARD-SKATE-HALL IN HANNOVER NICHT EINGEHALTEN
Die Staatsanwaltschaft Hannover hat Anklage wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen die beiden Betreiber der Yard-Skate-Hall in Hannover-Badenstedt erhoben.
Den Angeschuldigten wird vorgeworfen, die Mindestanforderungen für die Sicherheitsstandards einer derartigen Skateranlage missachtet zu haben. Insbesondere hätten diverse Gegenstände im Bereich der Half-Pipe herumgelegen, Sicherheitsabstände zu anderen Bauteilen seien nicht eingehalten sowie Wartungen und Inspektionen nicht durchgeführt worden. Ferner habe es an Hinweis- und Warnschildern vor etwaigen Unfallgefahren, insbesondere beim gleichzeitigen Benutzen der Half-Pipe gefehlt. Die Angeschuldigten hätten es zudem an jeglicher Aufsicht fehlen lassen und die jungen Gäste vollkommen sich selbst überlassen. Hierdurch kam es am Nachmittag des 29.10.2010 zu einem folgenschweren Unfall, als ein 11-Jähriger und ein 15-Jähriger, die die Half-Pipe gleichzeitig mit Inlineskates befuhren, zusammenprallten und der 15-Jährige bei dem Sturz mit seinem Kopf gegen ein ungesichertes scharfkantiges Bauteil, das in den unmittelbaren Sicherheitsbereich der Half-Pipe hereinreichte, prallte und sich schwerste lebensgefährliche Kopfverletzungen zuzog. Er musste nach dem Unfall bis zum 26.01.2011 intensivmedizinisch behandelt werden und es ist auch jetzt noch nicht abzusehen, ob eine vollständige Heilung erfolgen wird. Die Anklage geht davon aus, dass bei Beachtung der Mindestanforderungen der Sicherheitsstandards der Unfall vermeidbar gewesen wäre und dass für die Angeschuldigten ein derartiger Geschehensablauf vorhersehbar war.

Quelle: Niedersächsische Staatsanwaltschaften - PM vom 18.08.2011 von 18.08.2011
http://www.staatsanwaltschaft-hannover.niedersachsen.de Externer Link
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