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Artikelnummer: 11082804
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KEIN SCHADENSERSATZ BEI VERKAUF VON LEHMAN-ZERTIFIKATEN
Eine Bank, die wachstumsorientierten Anlegern Zertifikate empfiehlt, berät anleger- und objektgerecht. Dies hat das Oberlandesgericht Frankfurt entschieden. Dies gelte insbesondere dann, wenn die Kunden in der Vergangenheit bereits Zertifikatkäufe bei dem empfehlenden Kreditinstitut getätigt haben.
Ein Ehepaar hatte bei der Bank mehrere Lehman-Zertifikate erworben. Nach deren Insolvenz hatten die Verbraucher die Bank auf Schadensersatz verklagt. Die Frankfurter Richter sahen in dem Verhalten der Bank keinen Schadensersatzanspruch begründet. Die klagenden Anleger hätten sich selbst auf dem Beratungsbogen als wachstumsorientiert beschrieben und bereits in der Vergangenheit diverse Zertifikate erworben. Zwar müsse über das Emittentenrisiko unabhängig von dem konkreten Emittenten dahingehend aufgeklärt werden, dass bei dessen Zahlungsunfähigkeit ein Totalverlus drohe. Eine fehlende Aufklärung hätten die klagenden Anleger allerdings nicht beweisen können. Auch ein Aufklärungsverschulden hinsichtlich versteckter Rückvergütungen (kick-back) sei zu verneinen. Insofern sei die Beratung durch die Bank auch anleger- und objektgerecht gewesen und den Kunden stehe kein Schadensersatz zu.

Quelle: Oberlandesgericht Frankfurt - PM Verbraucherzentrale Bundesverband vom 21.10.2010 von 21.10.2010
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