Arbeitsrecht / Medizinrecht / Nordrhein-Westfalen /
Artikelnummer: 11073110
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MOBBING - OBERARZT VERKLAGT CHEFARZT AUF SCHADENSERSATZ IN HÖHE VON EINER HALBEN MILLION EURO
Vor dem Landesarbeitsgericht Hamm wird derzeit ein Rechtsstreit zu Mobbing verschmähten Chefarztes verhandelt.
Der 61 Jahre alte Kläger ist seit 1987 in einem Krankenhaus in Lünen beschäftigt. Der Kläger bewarb sich im Jahr 2001 erfolglos auf die Chefarztstelle der Neurochirurgischen Klinik. Die Stelle wurde dem beklagten Chefarzt übertragen. Im März 2003 erhob der klagende Oberarzt erste Mobbingvorwürfe gegen den beklagten Chefarzt. Der Oberarzt war danach in psychiatrischer Behandlung und für längere Zeit arbeitsunfähig. Er verklagte im Jahr 2004 seine Arbeitgeberin u. a. mit dem Antrag, den Chefarzt zu entlassen und Schmerzensgeld zu zahlen. Die Klage gegen die Arbeitgeberin wurde vom Arbeitsgericht und vom Landesarbeitsgericht Hamm abgewiesen. Nachdem das Bundesarbeitsgericht das Urteil des Landesarbeitsgerichts aufgehoben hatte, schloss der Oberarzt mit der Arbeitgeberin einen Vergleich. Der klagende Oberarzt wird seither im medizinischen Controlling eingesetzt. Schadenersatzansprüche gegen den Chefarzt wurden in dem Vergleich allerdings nicht ausgeschlossen. Diese Ansprüche verfolgt der Oberarzt im vorliegenden Verfahren. Er behauptet, er sei durch eine Vielzahl von Übergriffen des beklagten Chefarztes psychisch erkrankt und arbeitsunfähig geworden. Dadurch habe er erhebliche Einkommenseinbußen erlitten. Der Oberarzt begehrt die Zahlung von etwa einer halben Million Euro als Schadensersatz. Der beklagte Chefarzt hält dem entgegen, er habe sich nicht pflichtwidrig verhalten. Zwar sei es teilweise zu Auseinandersetzungen und Verstimmungen gekommen, was aber allein darauf zurückzuführen sei, dass der Kläger ihn als Chefarzt und Vorgesetzten mit Weisungsbefugnis nicht habe akzeptieren wollen. Das Arbeitsgericht Dortmund hat die Klage abgewiesen und zur Begründung im Wesentlichen ausgeführt, es lasse sich nicht feststellen, dass der beklagte Chefarzt die Würde des klagenden Obersarztes verletzt und ein von Einschüchterungen, Anfeindungen oder Beleidigungen gekennzeichnetes Umfeld geschaffen habe. Das Verhalten des beklagten Chefarztes sei nicht ursächlich für den Schaden des Klägers gewesen.

Quelle: Landesarbeitsgericht Hamm - PM vom 19.07.2011 von 25.07.2011
http://www.lag-hamm.nrw.de/ Externer Link
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