Nordrhein-Westfalen / Veranstaltungsrecht /
Artikelnummer: 11071037
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VERANSTALTER EINES 'PUBLIC-VIEWING-EVENTS' HAFTET
Ein Veranstalter eines „Public-Viewing-Events“ ist für die Sicherheit von stehenden Zuschauern auf einer Sitztribüne verantwortlich und wird nicht durch eine ordnungsbehördliche Genehmigung entlastet. Dies hat das Oberlandesgericht Hamm entschieden und folgte damit dem erstinstanzlichen Urteil des Landgerichts Essen (Urteil vom 22.12.2009).
Die beklagte Event-GmbH zeigte während der Fußballweltmeisterschaft 2006 im Rahmen eines „Public-Viewing-Events“ Länderspiele und errichtete hierzu mit ordnungsbehördlicher Genehmigung eine dreistöckige Sitztribüne, die nicht mit Geländern abgesichert war. Aus dem Stand stürzte der Kläger gemeinsam mit einem anderen Zuschauer aus 80 cm Höhe zu Boden und brach sich hierbei den Arm. Der klagende Zuschauer war mehrere Monate arbeitsunfähig und verklagte die Veranstalterin erfolgreich unter anderem auf Zahlung von Schmerzensgeld und Schadensersatz. Die beklagte Event-GmbH habe ihre Verkehrssicherungspflichten als Veranstalterin verletzt und hafte daher dem klagenden Zuschauer für die entstandenen Schäden. Die Veranstalterin sei für die Sicherheit der auf der Sitztribüne stehenden Zuschauer verantwortlich und werde nicht durch die ordnungsbehördliche Genehmigung entlastet, führten die Richter aus und folgten damit dem Landgericht Essen. Anders als die erste Instanz beurteilte das Oberlandesgericht das Mitverschulden des klagenden Zuschauers mit 50 statt mit 25%. Die Gefahr sei bei wiederholten tumultartigen Bewegungen unter den Zuschauern auf der Bühne offensichtlich gewesen. Der Kläger hätte sich durch vorsichtiges Verhalten vor Schaden schützen und den Tribünenrand meiden können, führte das Gericht aus und sprach dem klagenden Zuschauer Schmerzensgeld in Höhe von 10.000 Euro und weiteren Schadensersatz in Höhe von etwa 3.300 Euro zu.

Quelle: Oberlandesgericht Hamm - PM vom 04.07.2011 von 05.11.2010
http://www.olg-hamm.nrw.de Externer Link
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