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Artikelnummer: 11070317
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NOMINIERUNGEN ZUM EUROPEAN INVENTOR AWARD 2011
Ob hochstabiler und dabei formflexibler Beton, eigenhändig verstellbare Brillengläser, die Reinigung von Trinkwasser durch UV-Strahlen, hoch effiziente Verbrennung von Biomasse, Transmissionsverstärker für Glasfaserkabel oder ein Verfahren zur Diagnose von Alzheimer-Genen: Die 15 Nominierten in den fünf Kategorien zum „European Inventor Award" überzeugen durch wegweisende Lösungen auf den unterschiedlichsten technischen Gebieten.
Es wird sicher knapp, wenn es um die Gewinner in den fünf Kategorien geht, in denen der European Inventor Award verliehen wird. Bereits 2006 war die Auszeichnung vom Europäischen Patentamt (EPA) mit Unterstützung der Europäischen Kommission ins Leben gerufen worden. Im laufenden Jahr wird die so genannte „Erfindergala" vom EPA gemeinsam mit der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft und der EU-Kommission ausgerichtet. Nur die hochkarätigsten der patentierten Erfindungen schaffen diesen Sprung in die Endrunde, dafür wird bereits durch die strenge Auswahl der 15 Finalisten gesorgt. Die Preise werden dann in den Kategorien „Industrie", „Forschung", „Kleine und Mittelständische Unternehmen", „Außereuropäische Staaten" und „Lebenswerk" im Rahmen der großen Gala in der ungarischen Akademie der Wissenschaften überreicht. Nur rund 40 der Bewerbungen um den „European Inventor Award" hielten den strengen Prüfungen nach formalen und rechtlichen Kriterien Stand. Danach fällte die hochkarätig besetzte Jury ihr Urteil. Die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl für die Finalrunde waren der technische Gehalt, die wirtschaftliche Relevanz und der gesellschaftliche Nutzen der Erfindungen. Die Nominierten stammen aus nahezu allen Regionen Europas und arbeiten auf den Gebieten "Medizinische Forschung", "Energietechnologien", "Bautechnik", "Fahrzeugtechnik" und "Telekommunikation". Die Nominierungen im Einzelnen: Kategorie "Industrie": Ann Lambrechts, Bekaert (Belgien): Städte haben mit Hilfe ihrer Erfindung ihr Gesicht gewandelt: Dramix®, ein von ihr entwickeltes Stahlfasernetz, erhöht die Biege-Zugfestigkeit von Beton signifikant und hat dadurch Architekten auf der ganzen Welt mehr Gestaltungsfreiheit gegeben: Zahlreiche spektakuläre Neubauten konnten erst dank Ann Lambrechts' Erfindung errichtet werden. Stéphane Kemkenian, Pascal Cornic, Jean-Paul Artis und Philippe Lacomme, Thales Systèmes Aéroportés (Frankreich): Die Anzahl und Schwere von Auffahrunfällen konnte durch ein adaptives Geschwindigkeitsregelsystem auf der Basis von Radarstrahlen deutlich vermindert werden. Diese, im Wortsinne wegweisende, Technologie verbessert die Verkehrssicherheit. Petr Korba und Mats Larsson, ABB Research (Schweiz): Ausfälle in Stromnetzen sorgen immer wieder für enorme wirtschaftliche Verluste und kosten auch Menschenleben. Ein intelligentes Schutzsystem zur frühzeitigen Erkennung elektrischer Spannungsschwankungen verhindert solche katastrophalen 'Blackouts' selbst in weitläufigen Stromnetzen. Kategorie "Kleine und Mittelständische Unternehmen" Leigh Canham, pSiMedica, QinetiQ (Großbritannien): Die Verwendung von winzigen Silikon-Implantaten mit Poren in Nano-Größe (Bio-Silikon) ermöglicht die zielgenaue Anwendung medizinischer und therapeutischer Wirkstoffe bei der Bekämpfung von Erkrankungen direkt am Organ (Brachytherapie), beispielsweise bei Tumoren. Jens Dall Bentzen, Dall Energy Aps (Dänemark): Sein Spezialofen mit geringem Schadstoff- und Partikelausstoß verwertet Biobrennstoffe mit bis zu 60Prozent Restfeuchtigkeit und ist deshalb für die umweltneutrale, hocheffiziente und somit kostengünstige Energiegewinnung aus Biomasse in Fabriken und Produktionsstätten interessant. Béla Molnár und Team, 3DHistech (Ungarn): Aus der technischen Verbindung traditioneller Mikroskopie und digitaler Bildverarbeitung resultiert ein virtuelles dreidimensionales Mikroskopieren, das, auch aus der Ferne, die rasche Diagnose eines gescannten Gewebeschnitts durch Ärzte und Spezialisten ermöglicht. Kategorie "Forschung" Mart Min und Team, Tallinn University of Technology (Estland): Ein neuartiges Messverfahren für elektrischen Widerstand (Impedanz), welches die Analyse von verschiedenen Materialien und Gegenständen, von Blutgefäßen (Bioimpedanz) bis hin zur Energieversorgung bei Satelliten verbessert, hat vor allem die Diagnose von Herzerkrankungen signifikant erleichtert und so bereits viele Patientenleben gerettet. Christine Van Broeckhoven, Vlaams Interuniversitair Instituut voor Biotechnologie, Belgien: Ihre Technologie zur Identifikation der Krankheitsgene bei Alzheimer-Patienten ist bahnbrechend für die Entwicklung von modernen Arzneimitteln und Therapien zur Behandlung von Alzheimer-Erkrankungen. Joshua Silver (Großbritannien): Rund 121 Milliarden Euro erleidet die Wirtschaft laut WHO jährlich an Produktionsverlusten aufgrund unkorrigierter Sehfehler. Deren Korrektur mithilfe einer in der Sehstärke durch den Nutzer selbst ganz einfach anpassbaren Brille könnte bald nur noch einen Dollar kosten. 30 000 Menschen in den ärmsten Ländern der Welt tragen die Brille bereits. Kategorie "Lebenswerk": Per-Ingvar Brånemark (Schweden): Er ist einer der Pioniere der Osseointegration, einer heute nicht mehr wegzudenkenden Technik der Kieferchirurgie auf der Basis von Titanimplantaten. Diese Technik ermöglicht eine stabile Verbindung zwischen Implantat und dem Knochengewebe und ist heute Standard in den Zahnarztpraxen. Blanka Říhová (Tschechische Republik): Die Mikrobiologin hat eine neue, schonende Form der Chemotherapie begründet, welche Krebszellen mit Hilfe einer Kombination aus Zellgiften und Antikörpern gezielt angreift und dabei die Zellen des Körpergewebes schont. Gleichzeitig wird die Entwicklung neuer Tumorzellen unterbunden, und das Immunsystem stimuliert. Emanuel Desurvire (Frankreich): Seine wegweisende Arbeit auf dem Gebiet der Glasfaserkommunikation ermöglicht den sicheren Transfer umfangreicher Datenpakete in Höchstgeschwindigkeit. Im Mittelpunkt seiner Erfindung steht die Verstärkung von Lichtsignalen mit Hilfe des Metalls Erbium. Dadurch konnte der Rhythmus der Datenübertragung um den Faktor 100 verbessert werden. Diese Technologie ist heute Weltstandard für Glasfasernetze in der Telekommunikation. Ohne sie wäre das Internet in seiner heutigen Leistungsfähigkeit nicht denkbar. Kategorie "Außereuropäische Staaten" Gavriel Iddan, Given Imaging (Israel): In eine kleine Kapsel verpackt, hat eine winzige Hochleistungskamera ein neues Zeitalter in der Endoskopie eingeläutet: Über 50 000 Bilder in einem achtstündigen Diagnosezyklus erfassen den gesamten Verdauungstrakt im 140°-Winkel. Alexander Gorlov, Northeastern University (USA): Rund 90 Gigawatt an Elektrizität könnten durch die Nutzung von fließendem Wasser gewonnen werden. Gorlovs Wasserturbine enthält ein vertikal aufgehängtes Rad, das sich doppelt so schnell dreht wie konventionelle Turbinenräder. Es liefert bereits in sehr flachen und träge fließenden Gewässern elektrische Energie. In Korea beispielsweise werden bereits dank Gorlov-Turbinen ganze Städte mit Strom versorgt. Ashok Gadgil, Vikas Garud, University of California/Lawrence Berkeley National Laboratory, WaterHealth International, USA/Indien: Ein leichtes, handliches Gerät zur Wasserdesinfektion mit Hilfe von UV-Strahlen, das bereits heute in armen Regionen mit Trinkwasserproblemen sowie in Katastrophengebieten erfolgreich zum Einsatz gelangt.

Quelle: Europäisches Patentamt - PM vom 03.03.2011 von 03.03.2011
http://www.epo.org Externer Link
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