Bremen / Gewerblicher Rechtsschutz /
Artikelnummer: 11070315
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ZOLL STOPPT MÖGLICHE VERSAGER-VERGASER
Hauptzollamt Bremen stellt gefälschte KEIHIN-Vergaser sicher und verhindert zugleich echt "heiße Öfen".
Mitte April stoppten Bremerhavener Zöllner auf dem Containerterminal die Einfuhr eines Seecontainers mit 50 Motorrollern mit gefälschten Vergasern und Ersatzvergasern. Ermittlungen des Zollfahndungsdienstes mit Unterstützung des Münchener Patentanwalts des namhaften japanischen Vergaserherstellers KEIHIN hatten zu dem Verdacht geführt, dass in den für einen Bremer Händler bestimmten chinesischen Motorrollern minderwertige Plagiate an Stelle der Markenvergaser eingebaut sein könnten. Die Zollkontrolle und der nach Bremen angereiste Patentanwalt des Markenherstellers bestätigten schließlich, dass es sich bei den bereits in die Roller verbauten Vergasern wie auch bei den zusätzlich gelieferten einzelnen Vergasern um Plagiate handelt, auf denen der Schriftzug sowie das Markenzeichen des japanischen Markenherstellers nachgeahmt worden waren. Qualität, Sicherheit und Funktionsfähigkeit dieser Plagiate ließen sich dabei laut Herstellerinformationen schon am Preis erkennen: Die Originale der Vergaser kosten je nach Modell zwischen 180 und 450 Euro. Die Plagiate würden für 10 bis 20 Euro hergestellt und überwiegend direkt in Motorroller und kleinere Motorräder sowie Quads eingebaut und in etwas geringerem Umfang als Ersatzteile mitgeliefert, denn schließlich sei die Ausfallquote hoch. Aber auch bei zunächst scheinbar gegebener Funktionalität der Vergaser bestünde im schlimmsten Fall die Gefahr, dass die damit betriebenen Fahrzeuge im wahrsten Sinne des Wortes "heiße Öfen" würden, denn die Vergaserfälschungen seien von minderer bis teilweise auch erschreckend schlechter Qualität. Das Benzin in den Schwimmkammern könne ggf. überlaufen und bei klassischer Anordnung des Vergasers zwischen Motorblock und Tank auf den Motorblock tropfen und sich dann entzünden. Die Vergaser wurden daher im Mai unter Zollaufsicht in Bremen vernichtet. Den Einführer erwarten zusätzlich entsprechende Kosten und die Auseinandersetzung mit dem Inhaber der Markenrechte. Die 50 Motorroller blieben aber unzerstört und dürften, den Einbau neuer und zuverlässiger Vergaser vorausgesetzt, künftigen Besitzern mehr Freude bereiten als mit Plagiatvergasern ausgerüstete "heiße Öfen".

Quelle: Hauptzollamt Bremen - PM vom 25.05.2011 von 25.05.2011
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