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Artikelnummer: 11062624
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EILANTRAG GEGEN ERWEITERUNG DER MOTO-CROSS ANLAGE IN ARNSBERG-VOSSWINKEL ABGELEHNT
Vor dem Verwaltungsgericht Arnsberg hat sich ein Einwohner aus Wickede-Echthausen erfolglos gegen die Erweiterung der Moto-Cross Anlage in Arnsberg-Vosswinkel gewandt. Das Gericht hat den Eilantrag gegen die vom Hochsauerlandkreis erteilte immissionsschutzrechtliche Genehmigung der Erweiterung abgelehnt.
Der Moto-Cross-Club Vosswinkel e. V. betreibt die Anlage südöstlich des Flugplatzes Arnsberg-Menden schon seit vielen Jahren. Im Jahr 2010 hatte die Stadt Arnsberg für das Gelände einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufgestellt. Auf der Grundlage dieses Bebauungsplanes erteilte der Landrat des Hochsauerlandkreises dem Moto-Cross-Club im Dezember 2010 eine Genehmigung zur Erweiterung der Anlage und Ausweitung der Nutzungsarten und –zeiten. Genehmigt ist nun eine Motocrossbahn für Motorräder, Quads, Gespanne und Geländewagen mit bis zu 15 gleichzeitig fahrenden Fahrzeugen, ein Kinder-Offroad-Parcours für Jugend-Motocross-Motorrädern bis 85 ccm mit bis zu 5 gleichzeitig fahrenden Fahrzeugen, eine Mountain- und Dirtbikestrecke für Fahrräder und eine RC-Car Strecke für Modellfahrzeuge. Die Genehmigung schreibt bestimmte maximale Nutzungszeiten vor. Der Nachbar, der etwa 1.000 m von der Anlage entfernt wohnt, ist der Auffassung, dass er bei deren Betrieb unzumutbaren Lärmimmissionen ausgesetzt sein wird. Das Verwaltungsgericht hat sich dem nicht anschließen können. Da das Wohnhaus des Antragstellers in einem allgemeinen Wohngebiet liege, sei tagsüber ein Lärmpegel von 55 dB(A) zulässig. In der Genehmigung sei festgelegt, dass dieser Wert an einem Nachbargrundstück, das geringfügig näher an der Anlage liege, einzuhalten sei. Nach einer bei Aufstellung des Bebauungsplans vorgelegten gutachterlichen Immissionsprognose sei zu erwarten, dass dieser Wert (und sogar der Wert von 50 dB(A) für reine Wohngebiete) beim regulären Trainingsbetrieb, bei Automobil-Trial-Veranstaltungen sowie bei RC-Car-Veranstaltungen auch tatsächlich eingehalten werde. Die vom Antragsteller im Einzelnen erhobenen Rügen seien nicht stichhaltig. Der Wert von 55 dB(A) werde allerdings bei Motocross-/Quad-Veranstaltungen überschritten. Hier seien an Sonn- und Feiertagen Lärmpegel von 56 dB(A) zu erwarten. Dies mache die Genehmigung aber nicht rechtswidrig, weil es sich nur um sogenannte „seltene Ereignisse“ handele. Im Jahr seien nur maximal 3 zweitägige Motocross- oder Quadveranstaltungen erlaubt.

Quelle: Verwaltungsgericht Arnsberg - PM vom 08.06.2011 von 01.06.2011
http://www.vg-arnsberg.nrw.de Externer Link
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