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Artikelnummer: 11050831
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VERSUCHTER BETRUG DURCH ANGEBLICHE IMMOBILIENVERKÄUFER: FÜNF BESCHULDIGTE IN AACHEN FESTGENOMMEN
Die Staatsanwaltschaft Koblenz führt aufgrund einer Strafanzeige eines Immobilienverkäufers aus Kaisersesch seit Ende März 2011 Ermittlungen gegen eine 39-Jährige weibliche Beschuldigte und vier männliche Beschuldigte im Alter von 26, 33 und 34 Jahren, die alle die serbische Staatsangehörigkeit besitzen und aus Vororten von Paris/Frankreich stammen, wegen des Verdachts des versuchten gewerbsmäßigen Bandenbetruges.
Ein weiterer bislang noch nicht ermittelter Beschuldigter hatte Kontakt zu dem Verkäufer der Immobilie aufgenommen und wahrheitswidrig Kaufinteresse vorgespiegelt. Die weiteren Verhandlungen führte sodann ein 34-Jähriger Beschuldigter, welcher auch eine Hausbesichtigung vornahm. Im Verlaufe der weiteren Vertragsverhandlungen unterbreitete er sodann dem Immobilienverkäufer das Angebot, 450.000 EUR gegen 650.000 Schweizer Franken zu tauschen. Der Immobilienverkäufer ließ sich jedoch nur zum Schein auf dieses Geschäft ein und erstattete Strafanzeige. Am 15.04.2011 sollte sodann die Geldübergabe auf dem Gelände des Klinikums in Aachen erfolgen. Anstelle des Anzeigeerstatters erschien dort ein Polizeibeamter. Unmittelbar vor der geplanten Geldübergabe wurden die Beschuldigten festgenommen. Sie führten zu diesem Zeitpunkt echte Geldscheine im Wert von 10.000 Schweizer Franken mit sich. Darüber hinaus hatten sie Spielgeld im Wert von 640.000 Schweizer Franken bei sich. Die Durchführung des Tauschgeschäfts war von ihnen zu keinem Zeitpunkt beabsichtigt. Sie wollten vielmehr die 450.000 EUR ohne Gegenleistung an sich bringen. Seit Jahren werden derartige Geldtauschgeschäfte im Rahmen von Immobilienverkäufen und der Veräußerung sonstiger Wertgegenstände immer wieder potentiellen Veräußerern vorgeschlagen. Tatsächlich sollen die jeweiligen Tauschsummen jedoch ohne Erbringung einer Gegenleistung entweder durch Wegnahme oder durch Betrug erlangt werden. Zu diesem Zweck werden die potentiellen Interessenten überwiegend in das benachbarte Ausland gelockt., insbesondere in die Beneluxstaaten und nach Italien. Die Beschuldigten des vorliegenden Verfahrens konnten aufgrund der mit großer Sachkunde und hohen Engagement geführten Ermittlungen seitens der Kriminaldirektion Koblenz ohne Erlangung der Beute festgenommen werden. Sie wurden am 16.04.2011 dem Haftrichter bei dem Amtsgericht Koblenz vorgeführt, der gegen die Beschuldigten auf Antrag der Staatsanwaltschaft Koblenz die Untersuchungshaft anordnete. Die Beschuldigten befinden sich in Untersuchungshaft. Drei Beschuldigte sind verheiratet. Im Übrigen bedürfen die persönlichen Lebensverhältnisse noch einer weiteren Aufklärung. Drei Beschuldigte haben ein Geständnis abgelegt. Die weibliche Beschuldigte hat eine Tatbegehung bestritten und der fünfte Beschuldigte hat von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht. Verbrechen des gewerbsmäßigen Bandenbetruges sind mit Freiheitsstrafe zwischen 1 Jahr und 10 Jahren bedroht.

Quelle: Staatsanwaltschaft Koblenz - PM vom 18.04.2011 von 18.04.2011
http://www.justiz.rlp.de/Staatsanwaltschaften/StA-Koblenz/ Externer Link
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