Erbrecht / Niedersachsen /
Artikelnummer: 11042407
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SCHADENSERSATZ WEGEN SARGBESCHÄDIGUNG - PARTEIEN EINIGEN SICH AUF ZAHLUNG VON 500,- €
Besteht ein Anspruch auf Schadensersatz, wenn bei einer Bestattungsfeier der Sarg beschädigt wird? Diese Frage beschäftigte das Landgerichts Osnabrück. Der Rechtstreit zwischen dem auf Schadensersatz klagenden Sohn und der Stadt Osnabrück wegen der Sargbeschädigung ist inzwischen endgültig beigelegt. Die Parteien haben den gerichtlichen Vergleichsvorschlag angenommen. Die Stadt Osnabrück zahlt an den klagenden Sohn einmalig 500,- €. Damit sind sämtliche Ansprüche abgegolten.
Im Juli 2010 wurde der verstorbene Vater des Klägers bei einer Trauerfeier auf einem städtischen Friedhof in Osnabrück beerdigt. Der Sarg passte jedoch nicht in die ausgehobene Grube. Beim Versuch, den Sarg in die Grube einzulassen, kam es daher zu einer Schrägstellung des Sargs. Hierbei wurde der Sarg beschädigt. Erst nachdem die Grube zwischenzeitlich vergrößert worden war, konnte der Sarg in die Grabstelle eingelassen werden. Der klagende Sohn behauptete, dass die beklagte Stadt das in die Grabstelle eingesetzte Grabfundament fehlerhaft errichtet habe. Er verlangt Schadensersatz wegen der Sargbeschädigung in Höhe des hälftigen Kaufpreises. Die Stadt beruft sich hinsichtlich der Vorfallsursache auf die Höhe des Sargs. Dieser sei ungewöhnlich hoch gewesen, worauf der klagende Sohn die Friedhofsmitarbeiter hätte hinweisen müssen. Den zweiten Klageantrag auf Schmerzensgeld, weil der hörbare Aufprall des Leichnams bei den Familienangehörigen zu Schockschäden geführt habe, hat der klagende Sohn nach gerichtlichem Hinweis auf die fehlenden Erfolgsaussichten zurückgenommen. Der Kläger hat zwar mit seiner Klage eine deutlich höhere Summe gefordert. Er hat aber in seiner mündlichen Anhörung erklärt, dass es ihm in erster Linie nicht um Geld, sondern um eine Entschuldigung der Stadt gehe. Der Vertreter der Stadt Osnabrück hat daraufhin im Termin zum Ausdruck gebracht, dass man den unglücklichen Verlauf der Beerdigung des klägerischen Vaters sehr bedauere und zu einer symbolischen Zahlung bereit sei. Der Richterin ist es dann in der Güteverhandlung gelungen, die unterschiedlichen Vorstellungen der Parteien zur Höhe dieser Zahlung zusammen zu bringen.

Quelle: Landgericht Osnabrück - PM 11/11 vom 28.02.2011 von 28.02.2011
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