Energierecht /
Artikelnummer: 11042404
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KRAFTWERKSBETREIBER SOLLEN ZUR MITWIRKUNG AN DER SICHERUNG DER NETZSTABILITÄT VERPFLICHTET WERDEN
Die Bundesnetzagentur hat ein Festlegungsverfahren eröffnet, um die Betreiber aller an das Hoch- und Höchstspannungsnetz angeschlossenen Erzeugungsanlagen zu verpflichten, auf Anforderung der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) an bestimmten Maßnahmen zur Sicherung der Netzstabilität mitzuwirken. Damit soll sichergestellt werden, dass die Netze den jetzt erhöhten Anforderungen weiterhin standhalten.
Das im März 2011 beschlossene Kernkraftwerk-Moratorium sowie revisionsbedingte Abschaltungen führten dazu, dass die Einspeiseleistung in Deutschland aktuell um rund 9.700 Megawatt reduziert ist. Änderungen in dieser Größenordnung wirkten sich natürlich auf die Lastflüsse im Netz aus. Nach Angaben der Übertragungsnetzbetreiber führen die veränderten Netzverhältnisse in der nächsten Zeit dazu, dass viel häufiger als bisher Redispatch-Maßnahmen durchgeführt werden müssen, um Engpässe im Netz zu verhindern. Zudem müsse die Kompensation fehlender Blindleistung sichergestellt werden. Unter Redispatch sind Eingriffe in die Erzeugungsleistung von Kraftwerken zu verstehen, um Leitungsabschnitte vor einer Überlastung zu schützen. Droht an einer bestimmten Stelle im Netz ein Engpass, so werden Kraftwerke diesseits des Engpasses angewiesen, ihre Einspeisung zu drosseln, während Anlagen jenseits des Engpasses ihre Einspeiseleistung erhöhen müssen. Auf diese Weise wird ein Lastfluss erzeugt, der dem Engpass entgegenwirkt. Blindleistung wird zur Spannungshaltung in den Übertragungsnetzen benötigt und muss gleichmäßig verteilt bereitgestellt werden. Bei beiden Maßnahmen fordern die ÜNB die Betreiber von Kraftwerken zur Mitwirkung auf, soweit dies für die Aufrechterhaltung der Netzstabilität notwendig ist.

Quelle: Bundesnetzagentur - PM vom 20.04.2011 von 20.04.2011
http://www.bundesnetzagentur.de Externer Link
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