Sachsen / Urheber- und Medienrecht /
Artikelnummer: 11041711
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GEMÄLDE DES MALERS OSKAR ACHENBACH - ORIGINAL ODER FÄLSCHUNG?
In dem zu entscheidenden Fall vor dem Oberlandesgericht Dresden geht es unter anderem um die Frage, ob ein Originalbild des Malers Oskar Achenbach aus dem Jahr 1876 veräußert wurde oder nur eine Kopie bzw. Fälschung.
Der klagende Kunstliebhaber hatte dem beklagten Kunsthaus das Gemälde zunächst zur Versteigerung überlassen. Nachdem die Versteigerung nicht erfolgreich war, sollte das beklagte Kunsthaus das Bild für den Kunstliebhaber veräußern. Er sollte unabhängig vom Verkaufserlös 30.000 Euro erhalten. Nachdem das beklagte Kunsthaus das Bild in der Folgezeit veräußerte, zahlte es an den klagenden Kunstliebhaber zunächst 15.000 Euro. Wegen der ausstehenden weiteren 15.000 Euro schlossen die Parteien zunächst einen Darlehensvertrag, wonach das Kunsthaus weitere 15.000 Euro bis 17. Dezember 2007 nebst Zinsen an den klagenden Kunstliebhaber zurückzahlen sollte. Abzüglich weiterer zwischendurch getätigter Zahlungen steht derzeit noch ein Restbetrag von 11.771,59 Euro aus. Hintergrund der ausbleibenden Zahlungen ist der Umstand, dass der Käufer des Bildes gegenüber dem beklagten Kunsthaus Bedenken gegen die Echtheit des Bildes geäußert hat. Nach umfangreicher Beweisaufnahme hat das Landgericht Dresden die Klage mit der Begründung abgewiesen, dass nach der Beurteilung aller Umstände nicht davon ausgegangen werden könne, dass das Gemälde echt sei. Dies müsse zu einer Anpassung der vertraglichen Regelungen dahingehend führen, dass allenfalls ein Verkaufserlös entsprechend dem tatsächlichen Verkehrswert der Kopie bzw. der Fälschung zu zahlen sei. Der Wert des Bildes liege aber unstreitig nicht höher als der Geldbetrag, den das Kunsthaus bereits dem klagenden Kunstliebhaber gezahlt habe. Gegen diese klageabweisende Entscheidung wendet sich die Berufung des Kunstliebhabers mit der Ansicht, dass unabhängig von der Echtheit des Bildes die vereinbarten 30.000,- EUR geschuldet seien.

Quelle: Oberlandesgericht Dresden - PM vom 21.03.2011 von 23.03.2011
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