Arbeitsrecht / Nordrhein-Westfalen / Veranstaltungsrecht /
Artikelnummer: 11041623
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KÜNDIGUNG WEGEN DAUERHAFTER ARBEITSUNFÄHIGKEIT NACH TEILNAHME AN DER LOVE PARADE 2010
Das Arbeitsgericht Krefeld verhandelt derzeit eine Klage, in dem über die ordentliche krankheitsbedingte Kündigung einer Arbeitnehmerin gestritten wird, die seit ihrer Teilnahme an der letztjährigen Love Parade arbeitsunfähig erkrankt ist.
Die Klägerin ist seit 3 ½ Jahren bei der Beklagten in einem Arbeitsverhältnis beschäftigt. Sie nahm am 24.07.2010 an der Love Parade in Duisburg teil und ist seitdem arbeitsunfähig erkrankt. Sie trägt vor, sie habe sich seinerzeit unmittelbar an der Treppe neben der Rampe befunden, wo mehrere Menschen zu Tode gekommen seien. Mit Glück sei sie entkommen. Danach sei sie allerdings durch die unmittelbar erlebten Geschehnisse schwer traumatisiert gewesen und habe unter Panikanfällen sowie Konzentrationsstörungen gelitten. Nach einem von ihr abgebrochenen Arbeitsversuch am 02.08.2010 habe sie sich in ärztliche Behandlung begeben, die zunächst mit einem stationären Krankenhausaufenthalt und zuletzt noch ambulant durchgeführt worden sei. Der beklagte Arbeitgeber hat das Arbeitsverhältnis mit Schreiben vom 15.02.2011 zum 31.03.2011 gekündigt, weil er von einer lang dauernden Erkrankung mit ungünstiger Zukunftsprognose ausgeht. Die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses sei ihm unzumutbar. Er müsse den Arbeitsplatz der klagenden Arbeitnehmerin anderweitig wieder besetzen. Die klagende Arbeitnehmerin bestreitet die negative Prognose und behauptet, ab 01.04.2011 werde eine von der Rentenversicherung bewilligte Wiedereingliederungsmaßnahme durchgeführt, um sie wieder an eine Vollzeittätigkeit heranzuführen. Damit sei eine Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit absehbar und die Kündigung unverhältnismäßig.

Quelle: Arbeitsgericht Krefeld - PM 19/11 vom 04.04.2011 von 05.04.2011
http://www.arbg-krefeld.nrw.de/ Externer Link
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