Berlin / Medizinrecht / Strafrecht /
Artikelnummer: 11041041
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ANKLAGEERHEBUNG GEGEN APOTHEKER UND 'APOTHEKENKUNDEN' WEGEN GEWERBSMÄßIGEN ABRECHNUNGSBETRUGES
Die Staatsanwaltschaft Berlin hat Anklage vor dem Landgericht Berlin gegen einen Apotheker und acht Mitangeschuldigte wegen gewerbsmäßigen Abrechnungsbetruges zum Nachteil mehrerer Krankenkassen erhoben.
In der Anklageschrift wird dem 66-jährigen Apotheker Hans Joachim D. vorgeworfen, im Zeitraum zwischen Januar 2007 und März 2009 gewerbsmäßig Rezepte über hochpreisige HIV-Medikamente unberechtigt gegenüber den Krankenkassen abgerechnet zu haben, ohne die entsprechenden Präparate an die Patienten auszuhändigen. Mitangeklagt sind sieben Männer und eine Frau im Alter von 35 bis 47 Jahren, die für die regelmäßige Beschaffung von Rezepten gesorgt haben sollen. Absprachegemäß sollen sich die Mitangeschuldigten in großem Umfang und weit über den eigenen Bedarf hinaus von verschiedenen Ärzten Rezepte über HIV-Medikamente verschafft haben. Zur Verschleierung der Mehrfachverordnungen verschiedener Ärzte sollen die Mitangeschuldigten einen regelrechten „Ärzte-Tourismus“ betrieben und die von ihnen beschafften Rezepte dem angeschuldigten Apotheker gegen Barzahlungen in Höhe von überwiegend 150 € bis zu 500 € ausgehändigt haben. Der Anklage zufolge hat der Apotheker daraufhin monatlich die auf diesem Wege erschlichenen Rezepte über Medikamente mit einem Erstattungswert in Höhe von jeweils 1500 € bis zu 3.000 € gegenüber den jeweiligen Krankenversicherungen abgerechnet. Den Versicherungen ist durch die Taten ein Gesamtschaden in Höhe von ca. 11 Mio. Euro entstanden. Der angeschuldigte Apotheker befindet sich seit seiner Festnahme im November 2010 in Untersuchungshaft. Die übrigen Angeschuldigten wurden wegen ihres Gesundheitszustandes und ihrer geständigen Einlassungen vom Vollzug der Untersuchungshaft verschont.

Quelle: Generalstaatsanwaltschaft Berlin - PM vom 29.03.2011 von 29.03.2011
http://www.berlin.de/sen/justiz/strafverfolgung/gsta/index.html Externer Link
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