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Artikelnummer: 11030802
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NACHWEIS ÜBER DIE ÖFFENTLICHE ZUGÄNGLICHMACHUNG EINES GESCHÜTZTEN WERKES MIT HASH-WERT MÖGLICH
Das Oberlandesgericht Hamburg hat entschieden, dass der Nachweis über die öffentliche Zugänglichmachung eines geschützten Werkes auch über die Benennung eines bestimmten Hash-Wertes erfolgen kann.
Die Klägerin betreibt ein Softwareunternehmen. Sie hat ein selbst entwickeltes Computerspiel auf den Markt gebracht. Sie wirft dem Beklagten vor, ein sogenanntes P2P-Netzwerk genutzt und das Spiel des klagenden Softwareunternehmens kurz nach dessen Markteinführung heruntergeladen und zum Download für Dritte bereit gehalten zu haben. Das Oberlandesgericht Hamburg hat der Klage stattgegeben. Der Beklagte hafte als Täter wegen der von ihm begangenen Urheberrechtsverletzung. Nach dem dargelegten Sachverhalt durch das klagende Softwareunternehmen bestehe eine tatsächliche Vermutung dafür, dass die behauptete Rechtsverletzung durch den Beklagten als Anschlussinhaber begangen wurde, so das Gericht. Das Softwareunternehmen sei nicht verpflichtet, eine vollständige Version der von ihr gesicherten Daten vorzulegen. Der Nachweis, dass unter einer der dem Beklagten zugewiesenen IP-Adresse das geschützte Werk der klagenden Softwareunternehmerin öffentlich zugänglich gemacht wurde, könne auch über die Benennung eines bestimmten Hash-Wertes erfolgen. Der sogenannte Hash-Wert erlaube eine eindeutige Identifizierung eines ins Internet gestellten Werkes.

Quelle: Hanseatisches Oberlandesgericht - erhältlich in der Rechtsprechungsdatenbank der Hamburger Gerichte von 03.11.2010
http://rechtsprechung.hamburg.de/ Externer Link
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