Bau- und Architektenrecht / Bayern /
Artikelnummer: 11022729
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EIN UNFALL AUF DEM FRIEDHOF UND SEINE RECHTLICHEN FOLGEN
Mit Schadensersatz - und Schmerzensgeldforderungen einer Klägerin, die am 16. Dezember 2009 auf dem Johannis-Friedhof in Nürnberg gestürzt sein soll, befasst sich derzeit das Landgericht Nürnberg-Fürth.
Die zum damaligen Zeitpunkt 73-jährige Klägerin trägt vor, sie sei am fraglichen Tag um 10.00 Uhr über einen etwa 15 cm x 15 cm großen Sockel gefallen, der sich in der Mitte des Zugangsweges am Boden befindet und an und für sich als Halterung für einen Wegbegrenzungspfahl dient. Das Hindernis sei für sie nicht erkennbar gewesen, weil ein derartiger Pfahl sich gerade nicht in der Halterung befand und diese zudem die gleiche Farbe habe wie der Weg über den Johannis-Friedhof. Weil ein sichtbarer Hinweis auf das Hindernis fehlte, hätten die Eigentümer des Friedhofs ihre Verkehrssicherungspflicht verletzt. Durch den Unfall habe die Klägerin zwei Zähne verloren sowie Schürf- und Platzwunden im Gesicht erlitten. Sie begehrt nun Schadensersatz und Schmerzensgeld in Höhe von über 15.000,00 Euro, auch sollen die Beklagten für etwaige Zukunftsschäden haften. Dieser Forderung treten die Beklagten - fünf in Nürnberg ansässige Kirchenstiftungen als Miteigentümerinnen des Friedhofs – entgegen. Sie meinen, es sei in erster Linie Aufgabe jedes Fußgängers, darauf zu achten, "wohin er tritt". Der Weg auf dem Friedhof sei ausreichend breit und, zumal Tageslicht herrschte, die Pfostenhalterung bestens erkennbar gewesen. Die Klägerin habe mithin den Unfall allein verschuldet. Darüber hinaus meinen die Beklagten aber auch, die finanziellen Forderungen der Klägerin seien extrem überzogen.

Quelle: Landgericht Nürnberg-Fürth - PM 4/11 vom 01.02.2011 von 03.02.2011
http://www.justiz.bayern.de/gericht/lg/nfue/ Externer Link
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