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Artikelnummer: 11020607
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PFORZHEIM: EILVERFAHREN GEGEN DIE VORGESEHENE BESETZUNG DER STELLE EINES SCHULLEITERS AM THEODOR-HEUSS-GYMNASIUM ERFOLGLOS
Das Verwaltungsgericht Karlsruhe hat den Eilantrag eines Konkurrenten gegen die vorgesehene Besetzung der Stelle des Schulleiters am Theodor-Heuss-Gymnasium mit dem Beigeladenen abgelehnt.
Die Schulleiterbesetzung hat das besondere Interesse der Schüler- und Elternschaft geweckt. Der Antragsteller hat im Wege des vorläufigen Rechtsschutzes geltend gemacht, die getroffene Bewerberauswahl zugunsten des Beigeladenen sei fehlerhaft. Dem sind die Richter nicht gefolgt. In den Gründen ihrer Entscheidung haben sie ausgeführt: Ein Beamter habe grundsätzlich weder einen Rechtsanspruch auf Übertragung eines höherwertigen Dienstpostens noch auf Beförderung. Die Schaffung und Besetzung von Dienststellen des öffentlichen Dienstes diene allein dem öffentlichen Interesse an einer bestmöglichen Erfüllung der öffentlichen Aufgaben. Der Antragsteller könne jedoch grundsätzlich beanspruchen, dass über seine Bewerbung ohne Rechtsfehler entschieden werde. Dazu zähle insbesondere, dass der Dienstherr nicht zum Nachteil des Beamten vom - allein maßgeblichen - Grundsatz der Auswahl nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung abweiche. Für die Einschätzung der Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung verfüge der Dienstherr über einen Beurteilungsspielraum, der nur einer eingeschränkten gerichtlichen Überprüfung unterliege. Die Bevorzugung des Beigeladenen sei danach voraussichtlich nicht zu beanstanden. Beide Bewerber seien in ihren Anlassbeurteilungen mit der Höchstnote bewertet worden, es bestünden aber für die getroffene Auswahl des Beigeladenen Gründe von erheblichem Gewicht, die sich aus Unterrichtsanalysen und Bewerbergesprächen ergäben. Die Durchführung und Berücksichtigung der Bewerbergespräche und Unterrichtsanalysen sei vorliegend nicht zu beanstanden. Insbesondere bei der Unterrichtsanalyse handele es sich um eine typische Aufgabe des zukünftigen Amtes, die sehr gut die Interaktion mit dem Lehrpersonal abbilde und zugleich Aufschluss über die Führungsfähigkeiten der Bewerber gebe. Entscheidungserhebliche formale Mängel seien nicht vorhanden, die angefertigten Protokolle zeigten, dass die Bewerbergespräche in ihrem Umfang vergleichbar gewesen seien.

Quelle: Verwaltungsgericht Karlsruhe - PM vom 08.10.2010 von 08.10.2010
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