Straßenverkehrsrecht / Versicherungsrecht /
Artikelnummer: 11020102
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KEIN ANSPRUCH AUF ERSATZ FIKTIVER REPARATURKOSTEN
Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass der Geschädigte Ersatz der angefallenen Reparaturkosten verlangen kann, wenn es ihm entgegen der Einschätzung des vorgerichtlichen Sachverständigen gelungen ist, eine fachgerechte und den Vorgaben des Sachverständigen entsprechende Reparatur durchzuführen, deren Kosten den Wiederbeschaffungswert nicht übersteigt.
Die Klägerin begehrt restlichen Schadensersatz aus einem Verkehrsunfall. Sie beauftragte einen Sachverständigen mit der Erstellung eines Gutachtens zum Schadensumfang. Das Fahrzeug hat die klagende Partei nach den Vorgaben des Sachverständigen - allerdings unter Verwendung von Gebrauchtteilen - reparieren lassen und weiter genutzt. Die beklagte Haftpflichtversicherungsgesellschaft hat bereits Kosten erstattet. Die Klägerin begehrt nun Zahlung weiterer Reparaturkosten. Sie ist der Ansicht, die beklagte Versicherung habe auch fiktive Reparaturkosten zu ersetzen. Der Bundesgerichtshof hat die Klage abgwiesen. Die Klägerin begehre den Ersatz fiktiver Reparaturkosten. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs können Reparaturkosten, die über dem Widerbeschaffungswert des Fahrzeugs liegen, nur verlangt werden, wenn sie tatsächlich angefallen seien. Des Weiteren müsse die Reparatur fachgerecht und zumindest wertmäßig in einem Umfang durchgeführt werden, wie ihn der Sachverständige zur Grundlage seiner Kostenschätzung gemacht habe. Damit sei die generelle Möglichkeit einer fiktiven Schadensberechnung nicht eröffnet. Folglich habe die Klägerin keinen Anspruch auf Ersatz weiterer Reparaturkosten.

Quelle: Bundesgerichtshof von 14.12.2010
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