Straßenverkehrsrecht / Versicherungsrecht /
Artikelnummer: 11012325
Trennlinien
ERSTATTUNG VON MIETWAGENKOSTEN NACH EINEM VERKEHRSUNFALL
Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass in Eil- oder Notsituationen eine hinreichende Erkundigung nach günstigeren Tarifen für ein Mietfahrzeug entbehrlich ist. Eine solche Situation sei dann gegeben, wenn eine Erkundigung nach preiswerteren Tarifen aufgrund zu großer Entfernung oder sonstiger Einschränkungen unzumutbar ist.
Die Parteien streiten um die Erstattung restlicher Mietwagenkosten nach einem Verkehrsunfall. Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs könne der klagende Fahrzeugmieter als erforderlichen Herstellungsaufwand nur den Ersatz der Mietwagenkosten verlangen, die ein verständiger, wirtschaftlich denkender Mensch in der Lage des Geschädigten für zweckmäßig und notwendig halten dürfe. Der Geschädigte sei dabei an das Wirtschaftlichkeitsgebot gehalten. Er verstoße aber noch nicht gegen dieses, weil er ein Kraftfahrzeug zu einem teureren Unfallersatztarif anmietet, soweit aus betriebwirtschaftlicher Sicht dieser gerechtfertigt ist. Er müsse sich jedoch um eine preiswertere Möglichkeit der Anmietung bemühen. In Eil- oder Notsituationen sei eine hinreichende Erkundigung jedoch entbehrlich. Vorliegend hatte der Geschädigte aber die Möglichkeit, ein Fahrzeug zu einem günstigeren Tarif anzumieten.

Quelle: Bundesgerichtshof von 09.03.2010
http://www.bundesgerichtshof.de Externer Link
ArtikelübersichtFacebookNach oben