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Artikelnummer: 11011625
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ANSPRUCH AUF PROVISION GEGEN DEN VFL OSNABRÜCK WEGEN VERMITTLUNG EINES FUßBALLSPIELERS?
Haben sich die Klägerin und der VFL Osnabrück wirksam auf eine Provision für den Fall einer erfolgreichen Spielervermittlung geeinigt? Diese Frage beschäftigt derzeit das Landgericht Osnabrück.
Die Klägerin ist eine Vermittlerin von Fußballspielern und begehrt von dem verklagten Fußballverein Provision für die angebliche Vermittlung eines Fußballspielers. Die klagende Vermittlerin behauptet, sie habe einen bestimmten Fußballspieler im Rahmen einer Spielervermittlung betreut und hierbei sowohl Verhandlungen mit einem anderen Fußballverein als auch mit dem VFL Osnabrück geführt. Zwischen der Spielervermittlerin und dem beklagten Verein sei Einigkeit darüber erzielt worden, dass der Spieler an den VFL Osnabrück vermittelt werden und der VFL Osnabrück hierfür an die klagende Vermittlerin eine Provision zahlen sollte. Nachdem 2006 der Vertrag zwischen dem Spieler und dem VFL unterzeichnet worden war, habe man sich, so behauptet die Vermittlerin weiter, auf eine Provision im hohen vierstelligen Bereich geeinigt. Diesen Betrag hat die Vermittlerin nun beim Landgericht Osnabrück eingeklagt. Der beklagte Verein bestreitet den gesamten klägerischen Vortrag. Es habe weder eine Spielervermittlung durch die Klägerin noch eine Einigung auf eine Vermittlungsprovision gegeben. Bei dem Vertragsabschluss hätten lediglich der Fußballspieler, dessen Ehefrau und ein Mitarbeiter des VFL mitgewirkt. Das Gericht hat im Vorfeld darauf hingewiesen, dass es für eine erfolgreiche Provisionsklage möglicherweise unter anderem darauf ankommen könnte, ob es zwischen der klagenden Vermittlerin und dem Spieler eine schriftliche Vereinbarung über eine Vermittlungsprovision gegeben hat, die der VFL Osnabrück wirksam übernehmen konnte. Die Vermittlerin könnte nämlich eventuell als Arbeitsvermittlerin i.S.d. § 296 Sozialgesetzbuch III aufgetreten sein, wonach unter bestimmten Umständen Vermittlungsverträge der schriftlichen Form bedürfen.

Quelle: Landgericht Osnabrück - PM 1/11 vom 13.01.2011 von 17.01.2011
http://www.landgericht-osnabrueck.niedersachsen.de Externer Link
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