Nordrhein-Westfalen / Tierrecht / Veranstaltungsrecht / Verwaltungsrecht /
Artikelnummer: 10121516
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KEIN RICHTUNGSWECHSEL BEIM PONYREITEN
Drei Schausteller, die auf Jahrmärkten Ponyreiten für Kinder anbieten, müssen nicht nach jeweils 30 Minuten Einsatz ihrer Pferde einen Handwechsel durchführen. Das Verwaltungsgericht Minden gab deren Klagen gegen eine entsprechende Auflage in den ihnen von den Kreisen Gütersloh und Paderborn erteilten Erlaubnissen statt.
Das Gericht begründete seine Entscheidung u.a. damit, eine solche Auflage sei zum Schutz der Tiere nicht erforderlich. Es gebe gleich geeignete, mildere Mittel für ein physisch und psychisch ausgeglichenes Training der Pferde. Ein Richtungswechsel nach 30 Minuten Einsatz, der den Tieren nach den übereinstimmenden Auffassungen der vernommenen Sachverständigen nur schwer und unter großem Zeitaufwand beizubringen sei, sei nicht zwingend notwendig. Darüber hinaus rügte das Gericht, dass den klagenden Schaustellern keine angemessene Übergangsfrist eingeräumt worden sei. Für die klagenden Schausteller bedeute die sofortige Umsetzung der Auflage, dass sie jedenfalls zunächst ihren Betrieb einstellen müssten. Da der Gesundheitszustand der Ponys aber nicht beanstandet worden sei, bedürfe es keines sofortigen Handelns. Es sei deshalb unangemessen, den Schaustellern keine Zeit für das Umtrainieren der Tiere zu geben.

Quelle: Verwaltungsgericht Minden - PM vom 06.12.2010 von 18.11.2010
http://www.vg-minden.nrw.de Externer Link
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