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Artikelnummer: 10093002
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AUFWENDUNGEN FÜR EIN AUS PRIVATEN GRÜNDEN AUFGENOMMENES AUSLANDSSTUDIUM SIND KEINE VORAB ENTSTANDENEN WERBUNGSKOSTEN
Das Finanzgericht Baden-Württemberg hatte über die Klage eines Arztes zu entscheiden, der für das Streitjahr 2004 Studienkosten seiner Ehefrau in den USA in Höhe von 23.005 EUR als vorab entstandene Werbungskosten geltend machte.
Die Ehe wurde in 2005 geschieden, nachdem die Ehefrau anlässlich eines Praktikumaufenthalts in den USA eine außereheliche Beziehung eingegangen war. Nach der Trennung von ihrem Ehemann beabsichtigte die Ehefrau in die USA auszureisen, um dort zusammen mit ihrem neuen Partner zu leben. Dies scheiterte zunächst daran, dass sie in den USA keine Arbeit fand und folglich auch kein Visum erhielt. Schließlich absolvierte sie von Oktober 2004 bis Mai 2005 in den USA ein Master-Studium, erhielt dafür ein Studentenvisum und lebte in dieser Zeit mit ihrem neuen Partner in den USA zusammen. Nachdem das US-amerikanische Visum nicht verlängert wurde, kehrte sie nach Deutschland zurück, trennte sich von ihrem neuen Partner und verstarb später während des Klageverfahrens. Für das Streitjahr 2004 wurde der klagende Arzt noch mit seiner früheren Ehefrau zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Das Finanzamt versagte die steuerliche Berücksichtigung der Studienkosten als vorweggenommene Werbungskosten. Das Finanzgericht gab dem Finanzamt recht, weil es zu der Überzeugung gelangte, dass die Ehefrau des klagenden Arztes ihr Studium aus privaten Gründen aufgenommen hatte. Nach Auffassung des Gerichts fehlt es daher an dem erforderlichen "erwerbsbezogenen Veranlassungszusammenhang" zwischen den Studienkosten und einer späteren beruflichen Tätigkeit der Ehefrau.

Quelle: Finanzgericht Baden-Württemberg - PM Nr. 4/2010 vom 15.09.2010 von 12.05.2010
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