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Artikelnummer: 10080303
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ZUR FRAGE DER HAFTUNG BEI EINER RANGELEI AN DER BUSHALTESTELLE
Die Klage des Haftpflichtversicherers eines Busunternehmens gegen einen Schüler wegen Schubsens bei dem Aussteigen aus einem Schulbus wurde vom Landgericht Coburg abgewiesen. Dem beklagten Schüler gelang der Nachweis, dass er selbst gestoßen wurde, bevor er auf die letztlich Geschädigte fiel.
Der klagende Haftpflichtversicherer wollte von einem Schüler über 8.000,00 Euro einklagen. Diese Summe musste er als Haftpflichtversicherer eines Schulbusunternehmens für die Behandlung einer geschädigten Schülerin aufbringen. Diese war bei dem Aussteigen aus einem Schulbus von hinten gestoßen worden, dadurch gefallen und ihr rechter Fuß war unter den anfahrenden Schulbus geraten. Der klagende Haftpflichtversicherer behauptete, der beklagte Schüler habe den Unfall verursacht, indem er die vor ihm stehende Geschädigte absichtlich geschubst und dadurch zu Fall gebracht habe. Der beklagte Schüler hat sich damit verteidigt, dass er die Verletzte nicht absichtlich geschubst habe. Vielmehr sei es zu einer Drängelei gekommen, bei der er selbst von einer unbekannten Person geschubst worden und dann auf die Geschädigte gefallen sei. Das Landgericht Coburg wies die Klage ab, da der Haftpflichtversicherer den Nachweis eines schuldhaften Stoßes durch den beklagten Schüler nicht führen konnte. Das Gericht vernahm mehrere Zeugen des Vorfalls. Diese gaben ganz überwiegend an, dass der beklagte Schüler selbst im Bus an der Haltestelle von einer unbekannten Person geschubst wurde. Daraufhin geriet dieser ins Straucheln und fiel auf die spätere Geschädigte. Dabei stieß er mit beiden Händen die Schülerin nach vorne weg, so dass die gerade Aussteigende zu Boden fiel und vom abfahrenden Bus verletzt wurde. Diesen Hergang des Vorfalls bestätigte auch die Geschädigte. Daher musste der beklagte Schüler nicht zahlen und die Klage wurde abgewiesen.

Quelle: Landgericht Coburg - PM Nr. 450/10 vom 26.07.2010 von 04.05.2010
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