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Artikelnummer: 10071518
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BUßGELDVERFAHREN GEGEN FACEBOOK WEGEN SPEICHERUNG DER DATEN DRITTER
Der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit hat ein förmliches Bußgeldverfahren gegen Facebook eingeleitet. Hintergrund ist die anhaltende Praxis des weltweit größten sozialen Netzwerks, im Rahmen von Einladungs- und Synchronisierungsfunktionen die E-Mail- und Handy-Adressbücher seiner Nutzer auszuwerten. Dabei werden auch Daten von Nichtnutzern ohne deren Einwilligung erhoben, langfristig gespeichert und zu Vermarktungszwecken genutzt.
In den letzten Monaten haben viele Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern den Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit erreicht, die darüber besorgt sind, dass Facebook über ihre Adressen verfügt und Kenntnisse über ihre persönlichen Beziehungen hat. Das Speichern von Daten Dritter in diesem Zusammenhang wird für datenschutzrechtlich unzulässig gehalten. Zwar verfügen auch andere soziale Netzwerke über derartige Friend-Finding-Funktionen, diese führen aber nicht dazu, dass die Daten von Personen, die nicht zum Nutzerkreis des jeweiligen sozialen Netzwerks gehören, dauerhaft gespeichert werden. Die Kontaktvorschläge, die Facebook in den Freundschaftseinladungen unterbreitet, geben Anlass zu der Vermutung, dass die aus den Adressbüchern der Nutzer erhobenen Daten auch zur Erstellung von Beziehungsprofilen von Nichtnutzern dienen. Die nunmehr eingeleitete Anhörung gibt Facebook im Rahmen des Bußgeldverfahrens die Möglichkeit, zu den Vorwürfen bis zum 11. August 2010 rechtlich Stellung zu nehmen.

Quelle: Der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit - PM vom 07.07.2010 von 07.07.2010
http://www.hamburg.de/datenschutz/aktuelles Externer Link
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