Anlegerschutz / Handels- und Gesellschaftsrecht / Niedersachsen /
Artikelnummer: 10071504
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HÖHE EINER BARABFINDUNG FÜR AKTIONÄRE KANN AUCH GESCHÄTZT WERDEN
Übernimmt ein Mehrheitsaktionär die Aktien von Minderheitsaktionären, so darf das angerufene Gericht die Höhe der zu zahlenden Abfindung je Aktie schätzen. Dies hat das Landgericht Hannover entschieden und ist hierin durch das Oberlandesgericht Celle bestätigt worden. Eine Schätzung sei dann zulässig, wenn sich alle Beteiligten bis auf einen einzelnen Minderheitsaktionär über die Höhe der Abfindungszahlung einig sind, so das Gericht.
Gegenstand der Entscheidung war ein sog. gesellschaftsrechtliches Spruchverfahren. Ein solches Verfahren wird durchgeführt, wenn sich ein Mehrheitsaktionär Aktien der Minderheitsaktionäre übertragen lässt und es dann zum Streit über die Höhe der zu zahlenden Abfindung je Aktie kommt. In dem vorliegenden Fall des Landgerichts Hannover einigten sich alle Beteiligten bis auf einen einzelnen Minderheitsaktionär über die Höhe der Abfindungszahlung. Das Gericht schätzte daraufhin die Abfindungszahlung nach Anhörung eines Sachverständigen auf den in der mündlichen Verhandlung mehrheitlich akzeptierten Betrag ("mehrheitskonsensuale Schätzung"). Eine solche Schätzung sei zulässig, bestätigte jetzt das Oberlandesgericht Celle, und wies die Beschwerde des einzelnen Minderheitsaktionärs, der sich am Ausgangsverfahren inhaltlich nicht weiter beteiligt hatte, zurück.

Quelle: Landgericht Hannover - PM vom 06.07.2010 von 14.06.2010
http://www.landgericht-hannover.niedersachsen.de Externer Link
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