Medizinrecht / Niedersachsen /
Artikelnummer: 10061609
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ZUM SCHMERZENSGELDANSPRUCH WEGEN UNZUREICHENDER ÄRZTLICHER AUFKLÄRUNG
Das Landgericht Osnabrück entscheidet derzeit in einem Fall, in dem es darum geht ob tatsächlich ein Aufklärungsfehler der behandelnden Ärzte vorliegt oder der klagende Patient an Beschwerden leidet, die mit der Operation im Jahr 2003 nichts zu tun haben.
Der 53-jährige klagende Patient wurde im Jahr 2003 in einem Krankenhaus im Landkreis Osnabrück am Magen operiert. Er unterzog sich einer sog. laparoskopischen Fundoplicatio, bei der eine Manschette um den Mageneingang gelegt wird, um einen Rückfluss von Mageninhalt in die Speisröhre zu verhindern. Der klagende Patient behauptet, seit der Operation leide er unter "explosionsartigen Durchfällen" und könne seinen Stuhlgang nicht mehr kontrollieren. Diese Beschwerden seien auf eine Verletzung des Vagusnerves zurückzuführen. Über dieses Operationsrisiko mit den damit verbundenen Folgen (explosionsartige Durchfälle, Blähungen, Bauchschmerzen) sei er durch die behandelnden Ärzte nicht aufgeklärt worden. Von einem Zusammenhang zwischen seinen Beschwerden und der Operation habe er vielmehr erst durch einen im Jahre 2008 erschienen Zeitungsartikel erfahren. (Veröffentlichung einer Entscheidung des Landgerichts Osnabrück in einem ähnlichen Fall). Das Landgericht Osnabrück wird vor allen Dingen zu klären haben, ob der nun zu verhandelnde Fall tatsächlich mit der Entscheidung aus dem Jahr 2008 vergleichbar ist.

Quelle: Landgericht Osnabrück - PM Nr. 21/10 vom 15.06.2010 von 15.06.2010
http://www.landgericht-osnabrueck.niedersachsen.de Externer Link
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