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Artikelnummer: 10060403
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ONLINE-ARZTSUCHE: AOK UND WEISSE LISTE STARTEN PILOTPROJEKT
Die AOK und die Weisse Liste entwickeln gemeinsam ein nicht-kommerzielles Internetportal, das Patienten und Versicherte bei der Arztsuche unterstützen soll. Dazu starten sie ein Pilotprojekt in Hamburg und Berlin. Thüringen wird in Kürze als dritte Pilotregion hinzukommen. AOK-Versicherte aus den drei Pilotregionen können unter www.aok-arztnavi.de an einer wissenschaftlich fundierten Online-Befragung zu ihren Ärzten teilnehmen und ihre Erfahrungen als Patienten einbringen. Die Ergebnisse der Befragung bilden die Grundlage für das neue Arztsuchportal, das ab Herbst 2010 unter www.weisse-liste.de und www.aok-arztnavi.de veröffentlicht wird. Die Weisse Liste ist ein gemeinsames Projekt der Bertelsmann Stiftung und der Dachverbände der größten Patienten und Verbraucherorganisationen.
Die Befragung unter www.aok-arztnavi.de wurde in einem mehrstufigen Verfahren wissenschaftlich entwickelt. An der Entwicklung waren Patienten- und Ärztevertreter beteiligt. Der Online-Fragebogen besteht aus rund 30 Fragen zu den Themenbereichen "Praxis und Personal", "Arztkommunikation" und "Behandlung". So wird etwa gefragt, ob der Arzt den Patienten in Entscheidungen einbezieht oder ob die Patienten den Schutz ihrer Intimsphäre in einer Praxis gewahrt sehen. Zudem können die Teilnehmer angeben, ob sie den Arzt an Freunde weiterempfehlen würden. Auf Freitextbewertungen verzichten die Initiatoren bewusst, um Verunglimpfungen von Ärzten auszuschließen. Durch ein spezielles Login-Verfahren für die Versicherten wird sichergestellt, dass jeder Nutzer nur jeweils eine Beurteilung je Arzt abgeben kann. So sollen Manipulationen wie Mehrfachbewertungen ausgeschlossen werden. Ab Herbst 2010 werden die Befragungsergebnisse zu den niedergelassenen Ärzten in der neuen Online-Arztsuche veröffentlicht. Voraussetzung für die Veröffentlichung der Ergebnisse eines Arztes ist, dass eine mindestens zweistellige Anzahl an Beurteilungen vorliegt. Die Beurteilungen werden zusammengefasst und nutzerfreundlich aufbereitet. Zahnärzte und Psychotherapeuten sind im ersten Schritt noch nicht mit einbezogen, sollen aber nach Abschluss der Pilotphase mit eigens entwickelten Fragebögen ebenfalls beurteilt werden können. Zu Beginn werden in der Online-Arztsuche die Befragungsergebnisse aus den drei Pilotregionen abrufbar sein. Danach sollen Schritt für Schritt Ergebnisse aus ganz Deutschland in das Portal einfließen. Nach der Entwicklungsphase sollen sich auch andere Krankenkassen an dem Projekt beteiligen können.

Quelle: Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. - PM vom 28.05.2010 von 28.05.2010
http://www.vzbv.de Externer Link
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