Bayern / Straßenverkehrsrecht / Versicherungsrecht /
Artikelnummer: 10050710
Trennlinien
KANN DER GESCHÄDIGTE DIE IN EINER MARKENGEBUNDENEN FACHWERKSTATT ANFALLENDEN REPARATURKOSTEN VERLANGEN?
In vielen Verfahren werden von Geschädigten Reparaturkosten nicht aufgrund einer Reparaturkostenrechnung geltend gemacht. Es wird vielmehr auf der Grundlage eines eingeholten Sachverständigengutachtens "fiktiv" abgerechnet. Häufig besteht zwischen den Geschädigten und der Versicherung des Schädigers Streit darüber, ob die in einer markengebundenen Fachwerkstatt anfallenden Kosten oder nur die in einer ungebundenen Fachwerkstatt anfallenden Kosten zugrundezulegen sind. Dies hatte das Amtsgericht Augsburg in einem Einzelfall zu prüfen.
Im vorliegenden Verfahren wollte der klagende Autobesitzer die in einer markengebundenen Fachwerkstatt des Herstellers Mercedes-Benz anfallenden Reparaturkosten erstattet. Die Versicherung hatte nur die in einer markenungebundenen Fachwerkstatt anfallenden Kosten bezahlt. Die Klage wurde abgewiesen. Das Fahrzeug war am Schadenstag 12 ½ Jahre alt. Es wies eine Laufleistung von über 150 000 Kilometern auf. Es lag kein überdurchschnittlich guter Allgemeinzustand vor. Vielmehr waren andere, zum Teil gravierende Schäden unrepariert gelassen worden. Eine regelmäßige Wartung in einer markengebundenen Fachwerkstatt wurde nicht dargetan. Damit entspricht die Reparatur in einer markengebundenen Fachwerkstatt nicht dem Wirtschaftlichkeitsgebot, dem die Entscheidung des Geschädigten folgen muss.

Quelle: Amtsgericht Augsburg - PM Nr. 8/10 vom 28.04.2010 von 22.03.2010
http://www.justiz.bayern.de/gericht/ag/a Externer Link
ArtikelübersichtFacebookNach oben