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Artikelnummer: 10032507
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VERFAHREN GEGEN VERANTWORTLICHE DER 'PUSSY-CLUB'- BORDELLE
Das Landgericht Stuttgart verhandelt derzeit in dem Verfahren gegen Verantwortliche der "Pussy-Club"- Bordelle.
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Stuttgart richtet sich gegen sechs Angeklagte. Drei Frauen im Alter von 22, 26 und 27 Jahren sowie zwei Männer im Alter von 25 und 30 Jahren sollen gemeinsam unter dem Namen "Pussy-Club" jeweils Bordelle in Stuttgart-Fellbach, Wuppertal, Heidelberg und Berlin-Schönefeld betrieben haben. In diesen Bordellen wurden den Kunden unbegrenzt sexuelle Dienstleistungen, Speisen und Getränke zu einer "Flatrate", einem pauschalen Eintrittspreis von 70 oder 100 Euro, angeboten. Der Anklage zufolge beschäftigten vier der Angeklagten im Zeitraum von März 2008 bis August 2008 bzw. ab September 2008 unter Mitwirkung einer weiteren Angeklagten bis einschließlich Juli 2009 in den Bordellen jeweils eine Vielzahl von jungen Frauen, die sie zur Sozialversicherung hätten anmelden müssen. Die Angeklagten sollen stattdessen die Prostituierten bewusst in ihrer Buchhaltung als "Selbstständige" abgerechnet haben, um zu verhindern, dass die Sozialversicherungsbeiträge eingefordert werden. Einem weiteren 31-jährigen Angeklagten wird Beihilfe zur Hinterziehung von Sozialversicherungsbeiträgen zur Last gelegt. Insgesamt sollen hierdurch Gesamtsozialversicherungsbeiträge in Höhe von rund 2,3 Millionen Euro hinterzogen worden sein. Die Angeklagten sollen überwiegend rumänische Frauen, die teilweise noch keine 21 Jahre alt waren, beschäftigt haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Frauen eine Arbeitsgenehmigung-EU benötigt hätten, um legal in Deutschland arbeiten zu können. Den Angeklagten wird zur Last gelegt, die illegale Beschäftigung dadurch verborgen zu haben, dass sie die Frauen als "Selbstständige" auftreten ließen. Dies soll den Angeklagten auch ermöglicht haben, die Frauen zu Arbeitsbedingungen zu beschäftigen, die von ihnen - den Angeklagten - eigenmächtig bestimmt wurden und die in Widerspruch zu denen anderer deutscher Arbeitnehmer standen.

Quelle: Landgericht Stuttgart - PM vom 04.02.2010 von 04.02.2010
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