Energierecht / Wettbewerbs- und Kartellrecht /
Artikelnummer: 10031910
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BUNDESNETZAGENTUR ORDNET NETZREGELVERBUND FÜR DIE DEUTSCHEN STROMNETZE AN
Die Bundesnetzagentur hat die deutschlandweite Einführung eines Netzregelverbunds bis spätestens 31. Mai 2010 angeordnet. Die Entscheidung verpflichtet die vier Übertragungsnetzbetreiber zu einer intensiveren Zusammenarbeit bei der Ausregelung der deutschen Stromnetze.
Eine der Hauptaufgaben der Übertragungsnetzbetreiber ist der Ausgleich der permanenten Leistungsungleichgewichte zwischen Erzeugung und Verbrauch. Jeder Übertragungsnetzbetreiber nimmt diese Aufgabe für seine Regelzone in eigener Verantwortung wahr. Bislang konnte die separate Ausregelung der vier Regelzonen zu einem entgegengerichteten Einsatz von Regelenergie führen, dem sog. Gegeneinanderregeln. Während in einer Regelzone zum Ausgleich einer Überspeisung negative Regelenergie zum Einsatz kam, wurde in einer anderen Regelzone zeitgleich positive Regelenergie zum Ausgleich einer Unterspeisung benötigt. Der Einsatz von Regelenergie ist teuer, weil hierfür z. B. jederzeit einsatzbereite Kraftwerkskapazitäten als Regelleistung vorgehalten werden müssen. Der jetzt angeordnete Netzregelverbund verhindert das Gegeneinanderregeln vollständig. Die Leistungsungleichgewichte der einzelnen Regelzonen werden saldiert, sodass nur noch der verbleibende Saldo durch den Einsatz von Regelenergie ausgeglichen werden muss. Auch die Höhe der vorzuhaltenden Regelleistung kann durch den Netzregelverbund reduziert werden. Der Netzregelverbund wird von den drei Übertragungsnetzbetreibern 50Hertz Transmission GmbH, EnBW Transportnetze AG und transpower stromübertragungs gmbh für ihre Regelzonen bereits seit dem letzten Jahr praktiziert. Im jetzt abgeschlossenen Verfahren war zu entscheiden, ob der Netzregelverbund deutschlandweit für alle vier Regelzonen gelten soll. Alternativ stand ein Vorschlag des vierten Übertragungsnetzbetreibers, der Amprion GmbH, zur Diskussion, die vier Übertragungsnetze durch einen sog. Zentralregler als zentrale Instanz auszuregeln. Es zeigte sich, dass die beiden Konzepte bei wesentlichen Leistungsmerkmalen ebenbürtig sind.

Quelle: Bundesnetzagentur - PM vom 16.03.2010 von 16.03.2010
http://www.bundesnetzagentur.de Externer Link
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