Arbeitsrecht / Sozialrecht /
Artikelnummer: 09121110
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HARTZ IV: KEINE EINKOMMENSANRECHNUNG BEI DARLEHEN
Darlehen an Empfänger der Grundsicherung für Arbeitsuchende werden nicht als Einkommen angerechnet. Dies entschied das Sozialgericht Dortmund im Falle eines 55-jährigen Langzeitarbeitslosen aus Werdohl, der von einem Neffen monatlich 200,- Euro geliehen bekam und hiervon seine Miete bestritt.
Die Arbeitsgemeinschaft Märkischer Kreis (ARGE) in Iserlohn forderte von dem Arbeitslosen knapp 3000,- Euro zurück. Es seien keine Unterkunftskosten angefallen. Bei den Zahlungen des Verwandten handele es sich um Einkommen, das auf die Grundsicherung anzurechnen sei. Auf die Klage des Arbeitslosen hob das Sozialgericht Dortmund den Rückforderungsbescheid der ARGE auf. Die Kosten der Unterkunft des klagenden Langzeitarbeitslosen seien tatsächlich entstanden und von ihm beglichen worden. Das Darlehen von monatlich 200,- Euro stelle auch kein anzurechnendes Einkommen dar, weil es anders als bei einem Geschenk die wirtschaftliche Situation des Arbeitslosen nicht verbessere. Werde wie vorliegend die Rückzahlung geschuldet, beinhalte das Darlehen keinen vermögenswerten Vorteil. Dabei sei es unschädlich, dass mit Vereinbarung des Darlehens der konkrete Rückzahlungszeitpunkt noch offen gelassen worden sei. Der klagende Langzeitarbeitslose und sein Neffe hätten jedenfalls vereinbart, dass die Darlehenssumme zurückgezahlt werden solle, sobald der er ein Beschäftigungsverhältnis aufgenommen habe. Das Gericht sah darin eine konkrete Rückzahlungsverpflichtung, die der Arbeitslose später auch tatsächlich erfüllte.

Quelle: Sozialgericht Dortmund – PM vom 4.12.2009 von 17.07.2009
http://www.sg-dortmund.nrw.de/ Externer Link
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