Miet- und Wohnungseigentumrecht / Versicherungsrecht /
Artikelnummer: 09110114
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HAUSRAT IN 4,78 KM ENTFERNUNG
Ein Versicherter wollte von der Versicherung zwei gestohlene Go-Karts im Wert von 9.000 € aufgrund einer Hausratversicherung ersetzt haben. Der Versicherer konnte sich erfolgreich darauf berufen, dass sich die Go-Karts nicht in der Nähe des Versicherungsortes befunden hätten. Der Versicherte konnte eine Sondervereinbarung mit dem Versicherer nicht beweisen.
Der Kläger wollte von seiner Versicherung aus einer Hausratversicherung Entschädigung in Höhe von 9.000 € wegen Diebstahls zweier Go-Karts. Die Hausratversicherung bestand für das Einfamilienhaus des Versicherten. Der klagende Versicherungsnehmer hatte nachträglich eine Einstellbox in einer Sammel-Tiefgarage in einer Entfernung von 4,78 km vom Wohnhaus angemietet. Er behauptete, dass ihm dort zwei Go-Karts im Wert von insgesamt 9.000 € gestohlen worden seien. Eine Mitarbeiterin des Versicherers habe auf telefonische Nachfrage seiner Ehefrau auch bestätigt, dass Go-Karts in der Sammelgarage mitversichert seien. Der beklagte Versicherer hielt die Go-Karts für nicht von der Hausratversicherung erfasst. Eine telefonische Zusage einer seiner Mitarbeiterinnen schloss der beklagte Versicherer aus. Das Landgericht Coburg wies die Klage ab. Das Gericht stellte fest, dass die 4,78 km vom Versicherungsort entfernte Garage nicht unter die Hausratversicherung fällt. Die Garage habe sich nicht in der Nähe des Versicherungsortes befunden. Die Hausratversicherung setzt voraus, dass dem Versicherten ein Minimum an Beobachtungs- und Überwachungsmöglichkeiten verbleibt. Das Landgericht Coburg sah bei nahezu 5 km Entfernung einen Versicherungsschutz nicht gegeben. Daneben hatte der Versicherungsnehmer zusätzlich angegeben, eine Mitarbeiterin des Versicherers habe seiner Ehefrau telefonisch zugesagt, dass die Go-Karts vom Versicherungsschutz erfasst seien. Das Gericht glaubte der als Zeugin vernommenen Ehefrau des klagenden Versicherungsnehmers nicht. Bei von Seiten des Versicherungsnehmers vorgelegten handschriftlichen Vermerken stellte ein vom Gericht beauftragter Sachverständiger fest, dass Anhaltspunkte dafür bestehen, dass Teile der Aufzeichnungen erst nachträglich gemacht wurden. Zudem gab es in der Aussage der Ehefrau weitere Ungereimtheiten. Daher bezweifelte das Gericht, dass es eine Sondervereinbarung zwischen dem Versicherer und dem Kläger gegeben hat. Die Versicherung konnte dagegen beweisen, dass bei Sondervereinbarungen regelmäßig Bestätigungsschreiben an den Versicherten versendet werden. Dies war im vorliegenden Fall nicht geschehen.

Quelle: Landgericht Coburg - PM 430/09 vom 27.10.2009 von 30.06.2009
http://www.justiz.bayern.de/gericht/lg/co/ Externer Link
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