Erbrecht /
Artikelnummer: 09060701
Trennlinien
AUSGLEICHSANSPRÜCHE VON MITERBEN UNTEREINANDER VERJÄHREN ERST NACH 30 JAHREN
Wird ein Erbe nach Verteilung des Nachlasses von einem Pflichtteilsberechtigten auf Auszahlung seines Pflichtteils in Anspruch genommen, so kann der in Anspruch genommene Erbe von den anderen Miterben auch noch 10 Jahre nach dem Erbfall anteiligen Ausgleich verlangen. So die Entscheidung Oberlandesgerichts Oldenburg.
Hintergrund der Entscheidung ist folgender Fall: Die Erblasserin verstarb im Jahr 1999 und wurde von ihrer Tochter und ihren beiden Enkeln beerbt. Der Nachlass betrug über 300.000 €. Erst nach Aufteilung des Nachlasses meldete sich ein weiterer Sohn der Erblasserin und verlangte von dem klagenden Sohn seinen Pflichtteil von rund 66.000,- €. Der Sohn wurde im Rahmen eines anderweitigen Rechtsstreits zur Auszahlung des Pflichtteils verurteilt. Vier Jahr später verlangte der klagende Sohn von seiner Schwester, die 1999 Miterbin geworden war, den anteiligen Ausgleich des an den weiteren Sohn der Erblasserin gezahlten Pflichtteils. Diese meinte aber, der Anspruch sei lange verjährt. Das Oberlandesgericht hat entschieden, dass es sich bei dem Ausgleichsanspruch um einen erbrechtlich begründeten Anspruch handelt, der einer 30-jährigen Verjährungsfrist unterliegt. Maßgebliche erbrechtliche Verhältnisse könnten oftmals erst geraume Zeit nach dem Erbfall geklärt werden.

Quelle: Oberlandesgericht Oldenburg - PM 10/09 vom 26.5.2009 von 05.05.2009
http://www.oberlandesgericht-oldenburg.niedersachsen.de Externer Link
ArtikelübersichtFacebookNach oben