Arbeitsrecht / Familienrecht / Sozialrecht /
Artikelnummer: 09050903
Trennlinien
HILFE AUF KINDERSPIEL­PLATZ KANN ALS ARBEITSUNFALL VERSICHERT SEIN
Wer auf einem Spielplatz in Absprache mit der Mutter einem Kind hilft und sich dabei verletzt, kann unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung fallen. Das hat das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen entschieden.
Geklagt hatte ein zum Unfallzeitpunkt 14jähriger aus Wuppertal, der auf einem Spielplatz einem fünfjährigen Mädchen helfen wollte. Das Kind war hinter einen Metallzaun auf das anliegende Betriebsgelände eines Energieversorgers geraten und kam aus eigener Kraft nicht wieder auf den höher gelegenen Spielplatz zurück. Es gelang dem jungen Helfer in Absprache mit der Mutter des Mädchens zwar, über den Zaun zu klettern und das laut weinende Kind wieder zu seiner Mutter zu bugsieren. Beim anschließenden Zurückklettern blieb der 14jährige aber unglücklich mit der Hand hängen und verletzte sich dabei so schwer, dass ihm Ärzte im Krankenhaus den rechten Mittelfinger amputieren mussten. Nach Ansicht des Landessozialgerichts kam dem klagenden 14jährigen Versicherungsschutz zu, weil er mit seiner Hilfsaktion für die Mutter des Mädchens wie ein abhängig Beschäftigter tätig geworden sei. Die kurze Dauer und der geringe – wirtschaftliche – Wert der Hilfeleistung stünden dem nicht entgegen. Über unversicherte Hilfeleistungen wie Anschwung geben, Auffangen eines Kindes nach einem Sprung oder Trösten eines Kleinkindes nach einem Sturz sei das Handeln des 14jährigen nach Art und Umfang deutlich hinausgegangen.

Quelle: Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen - PM vom 27.4.2009 von 27.01.2009
http://www.lsg.nrw.de/ Externer Link
ArtikelübersichtFacebookNach oben