Straßenverkehrsrecht / Versicherungsrecht /
Artikelnummer: 09013123
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NACH VERKEHRSUNFALL MUSS GÜNSTIGER MIETWAGEN GEWÄHLT WERDEN
Das Landgericht Braunschweig hat klargestellt, dass Geschädigte nach einem Verkehrsunfall bei mehreren auf dem örtlichen Markt verfügbaren Mietwagenangeboten in der Regel nur den jeweils günstigsten Tarif für das angemessene Mietfahrzeug ersetzt verlangen können.
Der klagende Fahrzeugführer hatte nach einem von ihm nicht verschuldeten Unfall einen Mietwagen für rund 210 € pro Tag angemietet. Die Braunschweiger Richter haben das für zu teuer erachtet und ihm nur einen Ersatzanspruch in Höhe von täglich ca. 120 € zuerkannt. Dieser Tagesmietpreis entspreche dem auf dem örtlichen Mietwagenmarkt üblichen und angemessenen Tarif, zu dem auch der klagende PKW-Fahrer ein Fahrzeug hätte anmieten können und müssen. Er hätte sich – so das Gericht weiter – angesichts des ihm angebotenen hohen Mietwagenpreises auf dem örtlichen Mietwagenmarkt nach günstigeren Angeboten erkundigen müssen. Zur Bestimmung des üblichen und angemessenen Mietwagentarifs sind die Richter von den Werten der sogenannten "Schwacke-Automietpreisspiegels 2003" ausgegangen und haben einen Zuschlag wegen der Preissteigerung sowie zusätzlich wegen der besonderen Situation des Geschädigten nach dem Unfall (Unfallersatzzuschlag) berücksichtigt. Wegen ersparter Aufwendungen für die Benutzung des eigenen Fahrzeugs ist schließlich ein Abzug in Höhe von 10 % vorgenommen worden.

Quelle: Landgericht Braunschweig - PM vom 20.1.2009 von 13.01.2009
http://www.landgericht-braunschweig.de/ Externer Link
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