Gewerblicher Rechtsschutz /
Artikelnummer: 09012308
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'ACHKARRER CASTELLO' IST NICHT GEEIGNET, DAS PUBLIKUM ÜBER DIE QUALITÄT VON WEINEN ZU TÄUSCHEN
Die Bezeichnung "ACHKARRER CASTELLO" ist nicht geeignet, den Eindruck einer Scheinlagebezeichnung zu erwecken und deshalb auch nicht geeignet, das Publikum über die Qualität oder andere für den Kaufentschluss wesentliche Eigenschaften von Weinen, Schaumweinen und anderen alkoholischen Getränken zu täuschen. Dies hat das Bundespatentgericht entschieden. In Achkarren gebe es eine - wenn auch ähnlich lautende - Lage, von der die Weine stammen können. Allein ein möglicher Irrtum über den tatsächlichen Namen der Lage stelle keine Täuschungsgefahr dar.
Das Bundespatentgericht stellt weiter fest, dass nicht jede unmittelbare Abfolge einer geografischen Herkunftsangabe für Wein und eines weiteren Begriffs oder Phantasiewortes eine zur Täuschung des Durchschnittsverbrauchers über die geografische Herkunft und die Qualität von Weinen und Schaumweinen geeignete oder eine nach den Bestimmungen des Weinrechts unzulässige sog. Scheinlagebezeichnung darstellt. Neben der räumlichen Anordnung, der Schriftart und der Schriftgröße der einzelnen Bestandteile seien für die Beurteilung der Frage, ob der Verbraucher irrtümlich eine - tatsächlich nicht existierende - Lagebezeichnung annimmt, auch alle weiteren Umstände, die für ihn ohne gedankliche Analyse der Marke unmittelbar ersichtlich sind, wie z. B. die Art, der Begriffsgehalt und die sprachliche Herkunft des an die Ortsangabe angefügten weiteren Wortes, von Bedeutung.

Quelle: Bundespatentgericht - Eilunterrichtung vom 8.1.2009 von 27.08.2008
http://www.bundespatentgericht.de Externer Link
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