Anlegerschutz / Wettbewerbs- und Kartellrecht /
Artikelnummer: 09011117
Trennlinien
ALLIANZ ÜBERNIMMT COMMERZBANK-TOCHER
Die EU-Kommission hat die geplante Übernahme der Commerzbank-Tochter Cominvest durch die Allianz nach der EU-Fusionskontrollverordnung genehmigt. Nach Prüfung des Vorhabens hat die EU-Kommission beschlossen, dass die Übernahme den wirksamen Wettbewerb im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder in einem wesentlichen Teil desselben nicht erheblich behindern wird.
Die Allianz ist ein weltweiter Finanzdienstleister, der vor allem in der Versicherungsbranche, in der Vermögensverwaltung und im Bankgeschäft tätig ist. Über eine Reihe von Tochtergesellschaften verwaltet die Allianz vornehmlich unter der Marke „Allianz Global Investors“ Investmentfonds für private und institutionelle Anleger. Die Allianz beabsichtigt, die Cominvest Asset Management GmbH, die Cominvest Asset Management S.A., die Münchener Kapitalanlage AG und die MK Luxinvest S.A. zu übernehmen. Diese Unternehmen sind ausschließlich in der Verwaltung von Investmentfonds (sowohl Wertpapier- als auch Geldmarktfonds) sowie in der Vermögensverwaltung für institutionelle Kunden tätig, für die sie auch Spezialfonds nach deutschem bzw. Luxemburger Recht anbieten. Im Zuge des bei der EU-Kommission angemeldeten Vorhabens wird die Allianz das Vermögensverwaltungsgeschäft der Commerzbank mit Ausnahme der offenen Immobilienfonds, der geschlossenen Fonds sowie der börsennotierten Fonds (ETF) übernehmen. Die Übernahme erfolgt im Zusammenhang mit dem Verkauf der Dresdner Bank an die Commerzbank, in deren Rahmen die Allianz ihre Beteiligung an der Commerzbank erhöht; diese beiden Vorgängen fallen hingegen in den Zuständigkeitsbereich des Bundeskartellamts. Die EU-Kommission stellte fest, dass sich die Tätigkeiten der beteiligten Unternehmen vor allem in Deutschland in den Bereichen Investmentfonds und Vermögensverwaltung überschneiden. Sie kam jedoch zu dem Schluss, dass die Marktanteile des Unternehmens nach dem Zusammenschluss und die Auswirkungen auf den Fondsvertrieb so gering sind, dass eine Wettbewerbsbehinderung ausgeschlossen werden kann.

Quelle: Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland - PM vom 19.12.2008 von 19.12.2008
http://ec.europa.eu/deutschland/index_de.htm Externer Link
ArtikelübersichtFacebookNach oben