Agenturrecht / Arbeitsrecht / Sozialrecht / Versicherungsrecht /
Artikelnummer: 08120608
Trennlinien
KEIN UNFALLVERSICHERUNGS­SCHUTZ BEI SOG. INCENTIVE-VERANSTALTUNG
Das Sozialgericht Düsseldorf hat entschieden, dass die Teilnahme des klagenden Arbeitnehmers an einer sog. Incentive-Veranstaltung nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung steht.
Der in Ratingen lebende 39 Jahre alte Kläger, der als Vertriebsspezialist tätig war, hatte als Anerkennung seiner Arbeitsleistungen von seinem Arbeitgeber die Einladung zu einem 5-tägigen Aufenthalt auf Barbados erhalten. Auch seine Partnerin war eingeladen, zum Ausgleich seiner häufigen Abwesenheit von zuhause. Der Ablaufplan sah neben unternehmensbezogenen Diskussionen gemeinsame Mahlzeiten, sportliche Aktivitäten und Exkursionen vor. Bei einem Segeltörn mit einem Katamaran verletzte sich der Arbeitnehmer beim Anlegemanöver, als er aus ca. 1,80 m Höhe auf den Sandstrand sprang; er zog sich dabei Brüche beider Fersen zu. Die beklagte Berufsgenossenschaft hatte die Anerkennung dieses Geschehens als Arbeitsunfall abgelehnt, denn die Veranstaltung habe für den klagenden Arbeitnehmer eine Belohnung dargestellt. Motivations-Reisen genössen aber keinen Versicherungsschutz. Das Gericht folgte der Auffassung der Berufsgenossenschaft und hob hervor, dass das - in englischer Sprache verfasste und übersetzte - Einladungsschreiben des Arbeitgebers zeige, dass bei der Reise der Erholungseffekt im Vordergrund gestanden habe, nicht jedoch Arbeitsinhalte. Solche Motivation- oder Incentive-Reisen stünden nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts aber nicht unter dem Schutz des gesetzlichen Unfallversicherung.

Quelle: Sozialgericht Düsseldorf - PM vom 28.11.2008 von 28.10.2008
http://www.sg-duesseldorf.nrw.de/ Externer Link
ArtikelübersichtFacebookNach oben